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Zuljs Rettung in Ried: Nationalteam statt Karriereende

INNSBRUCK. Vor zwei Jahren war der gebürtige Welser bei der Admira noch Edelreservist, ehe im Innviertel der steile Aufstieg begann

Zuljs Rettung in Ried: Nationalteam statt Karriereende

Peter Zulj und Alessandro Schöpf (li.) hatten beim Tor zum 1:0 beide gleichzeitig den Ball getroffen. Bild: REUTERS

Nach dem 1:0 (1:0)-Sieg der österreichischen Fußball-Nationalelf über Russland in Innsbruck konnte sich der Welser Peter Zulj der Schulterklopfer kaum erwehren. Bei seinem Debüt in der Startelf hatte der 24-Jährige beim entscheidenden Treffer durch Alessandro Schöpf gleich seinen Fuß mit im Spiel. "Er hat extrem viel Potenzial, kann das Spiel führen", lobte David Alaba. Auch Teamchef Franco Foda war begeistert. "Peter hat das bestätigt, was er das ganze Jahr bei Sturm Graz gezeigt hat." Mit den Steirern holte Zulj den Cupsieg, wurde zum "Spieler des Jahres" der Bundesliga gewählt, und wird wohl bald einen Millionen-Transfer ins Ausland machen.

Vor zwei Jahren sah das noch ganz anders aus. Bevor er im Sommer 2016 einen Vertrag bei der SV Ried unterschrieb, hing seine Karriere an einem seidenen Faden. Bei seinem damaligen Klub Admira stand er auf dem Abstellgleis, kam in den letzten 26 Saisonspielen auf nur einen vollen Einsatz und zwei Einwechslungen. Er war nach zahlreichen Klubstationen als Spieler abgestempelt, der sein Talent verschleudert, während sein zwei Jahre älterer Bruder Robert zu dieser Zeit bereits den Sprung nach Deutschland geschafft hatte.

Zuljs Rettung in Ried: Nationalteam statt Karriereende

In Ried hatte er in Ex-Trainer Gerhard Schweitzer und Ex-Manager Stefan Reiter die größten Fürsprecher. Reiter erinnert sich: "Ich wollte im Jahr 2010 beide Zulj-Brüder von der Linzer Akademie nach Ried lotsen. Bei Robert ist es mir gelungen, bei Peter leider nicht. Wäre er damals bei seinem älteren Bruder geblieben, wäre Peter leistungsmäßig schon viel früher explodiert." Den großen Sprung schaffte vorerst nur Robert, der von Ried an RB Salzburg verkauft wurde, ehe er es in Deutschland bis zum Bundesligisten Hoffenheim schaffte.

Der Rat des älteren Bruders

Er riet seinem jüngeren Bruder 2016 auch, den Sprung nach Ried zu wagen. Reiter: "Ich habe mit beiden Brüdern viel gesprochen. Wir waren uns beim entscheidenden Gespräch alle einig, dass Ried wohl Peters letzte Chance im Profifußball sein würde. Er war dann im Herbst einer unserer drei besten Spieler. Deshalb habe ich auch sofort abgelehnt, als ihn Sturm Graz bereits im Winter 2016 haben wollte. Ich war mir sicher, dass wir im Sommer 2017 eine viel höhere Ablöse erhalten würden, weil er zu Beginn trotz guter Leistungen noch Anpassungsprobleme hatte. Im Sommer wäre er für Ried nicht zu halten gewesen. Aber wir hätten zumindest richtig viel Geld erhalten."

Zuljs Rettung in Ried: Nationalteam statt Karriereende

 

Wenige Wochen später kam alles anders. Kurz vor Ende der Winterpause war Reiter seinen Job in Ried los. Ried stieg wenige Monate später in die zweite Liga ab. Dadurch konnte Zulj ablösefrei zum SK Sturm Graz wechseln.

Die Grazer werden jetzt statt Ried das Riesengeschäft machen. Sturm-Graz-Manager Günter Kreissl hat die Schmerzgrenze bereits festgelegt: "Unter sieben Millionen Euro Ablöse wird erst gar nicht verhandelt ..."

 

Peter Zulj im Porträt

Geboren: 9. Juni 1993

Geburtsort: Wels

Familie: Peters älterer Bruder Robert spielt bei Hoffenheim

Bisherige Vereine: FC Wels Jugend, LAZ Salzburg, LAZ Linz, LAZ Rapid, Amstetten, Grödig (7 Spiele/0 Tore), Hartberg (17/2), Wolfsberg (46/7), Admira (8/1), SV Ried (33/6), Sturm Graz (33/8)

Größte Erfolge: Cupsieg mit Sturm (2018), Spieler des Jahres der österreichischen Fußball-Bundesliga 2017/18

 

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Artikel Harald Bartl 01. Juni 2018 - 10:21 Uhr
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