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Der Bau des Nationalstadions ist wichtiger als eine WM-Teilnahme

Leo Windtner wurde in einer "typisch österreichischen Wahl" als ÖFB-Präsident bestätigt.

Der Bau des Nationalstadions ist wichtiger als eine WM-Teilnahme

Bewährt: Leo Windtner führt den Österreichischen Fußballbund als Präsident in die kommenden vier Jahre. Bild: GEPA

Am Ende ist Leo Windtner gestern bei der Generalversammlung des Österreichischen Fußballbundes mit 12:1 Stimmen bis 2021 in seinem Amt als ÖFB-Präsident bestätigt worden. Diese Entscheidung konnte man ebenso erwarten wie den "Preis", der dafür zu bezahlen war. Vier Herren dürfen sich im Gegenzug künftig auch den (als Zugeständnis wieder eingeführten) Titel "ÖFB-Vizepräsident" auf die Visitenkarte drucken lassen.

Es sind dies Josef Geisler (Tirol), Wolfgang Bartosch (Steiermark), Johann Gartner (Niederösterreich) und Hans Rinner (in seiner Funktion als Bundesliga-Präsident). Die einzige Gegenstimme erhielt Windtner vom Salzburger Landespräsidenten Herbert Hübel, der so wie der Tiroler Geisler zu den größten Windtner-Kritikern zählt.

Diese Wahl zum ÖFB-Präsidenten war irgendwie typisch österreichisch. Für ein Amterl mehr wurde aus einem "Nein" plötzlich doch ein "Ja". Für Windtner war dieses Zugeständnis nicht schwierig zu erteilen.

Denn eine Stärke, die ein Präsident haben muss, haben seine Gegner in den vergangenen Wochen nicht gezeigt. Keiner hat sich nach vorne gestellt – und ist vorausgegangen. Alle haben sich versteckt, um nur ja nicht selbst aufzufallen. Bestenfalls wurden Interna an Journalisten weitergegeben. Das Bild, das der ÖFB abgegeben hatte, war nicht gut.

Windtner hat sich so verhalten, wie man sich in solchen Situationen verhalten muss – und Ruhe bewahrt. Er war schon immer ein guter Taktierer und hat auch diesmal sein Blatt gut ausgespielt. Dies braucht er auch in seiner nächsten Amtszeit. Es geht in den kommenden vier Jahren um viel mehr als "nur" um eine Qualifikation für eine Welt- oder Europameisterschaft. Es ist falsch, wenn man den ÖFB-Präsidenten ausschließlich auf die Erfolge der Herren-Nationalmannschaft reduziert.

Windtner kann sich in den nächsten vier Jahren im wahrsten Sinne des Wortes ein Denkmal setzen. Die Errichtung eines Nationalstadions ist nur mit ihm an der Spitze möglich. Die Basisarbeit dafür ist geleistet. Der Doppelpass mit der Politik funktioniert.

Bei der Teamchef-Diskussion, die im Falle einer missglückten WM-Qualifikation sicher beginnen wird, sollte er sich diesmal ruhig zurückhalten. Man kann schon jetzt prophezeien, dass es eine große Kampagne für Andreas Herzog geben wird. Vielleicht finden ja die vier Vizepräsidenten einen internationalen Kandidaten, der sich vom (im Vergleich zu Top-Nationen bescheidenen) ÖFB-Gehaltsschema beeindrucken lässt.

Video: Leo Windtner als ÖFB-Präsident wiedergewählt

 

Die Präsidentenwahl

 

Die einzige Überraschung beim gestrigen Wahltag war jene, dass Windtner nicht einstimmig gewählt wurde. Salzburgs Landespräsident Herbert Hübel wollte nicht begründen, warum er gegen Windtner votiert hatte. Er berief sich auf die Verschwiegenheit des Präsidiums. Windtner hatte davor mit Hübel gesprochen. Die Gründe, die ihm Hübel erklärt hatte, seien für ihn „nicht einleuchtend“ gewesen.
Dass ihn die neue Konstellation mit vier Vizepräsidenten nicht stört, hatte Windtner bereits am Freitag im OÖN-Interview bekräftigt. „Das ist internationaler Standard. Es ist auch gut, bei der Ausübung repräsentativer Aufgaben unterstützt zu werden.“

Die größten Ziele für Windtner sind neben dem Stadionneubau eine langfristige Platzierung des Nationalteams unter den Top-30 der Welt. Dazu der weitere sportliche Aufstieg des Frauenfußballs und die Fortsetzung des zuletzt so erfolgreich eingeschlagenen Weges der Nachwuchs-Nationalteams.

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Artikel Harald Bartl 19. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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