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Bei Austrias Gegner AC Milan wurde im Sommer eine Milliarde Euro bewegt

WIEN. Europa League: Allein der Verkauf durch Ex-Präsident Berlusconi kam auf 740 Millionen Der Oberösterreicher Florian Klein freut sich auf das heutige Duell mit den Mailändern.

Bei Austrias Gegner AC Milan wurde im Sommer eine Milliarde Euro bewegt

André Silva (links) und Leonardo Bonucci (rechts) sind die beiden teuersten Neuzugänge des AC Milan. Bild: Reuters

Es sind zwei Fußballwelten, die heute im Wiener Ernst-Happel-Stadion aufeinandertreffen. Für die Wiener Austria ist das Duell mit dem AC Milan (19 Uhr, PULS4 live) eines der wichtigsten Spiele der vergangenen Jahrzehnte. Für die Italiener soll es der Auftakt zu einer großen Zukunft sein.

740 Millionen Euro hat ein chinesisches Konsortium im Sommer investiert, um den Klub (inklusive 220 Millionen Euro Schulden) zu übernehmen. Langzeit-Präsident Silvio Berlusconi ist nach seiner 31-jährigen Amtszeit ebenso nicht mehr im Verein vertreten wie der jahrzehntelange Generaldirektor Adriano Galliani. Auf dem Transfermarkt wurden rund 230 Millionen Euro investiert, um nach jahrelanger Abwesenheit heuer wieder einmal ganz vorne in der italienischen Serie A mitzuspielen. Allein die knapp 42 Millionen Euro Ablöse, die Milan für den neuen Abwehrchef Leonardo Bonucci an Juventus Turin überwiesen hat, dürften das Budget der Violetten um das Doppelte übersteigen. Dazu kamen noch einige weitere Investitionen in die Infrastruktur – womit die Milliardengrenze im Sommer deutlich überschritten wurde.

So richtig greift das System von Trainer Vincenzo Montella noch nicht. Nach der 1:4-Niederlage in der Meisterschaft gegen Lazio Rom plant er für das heutige Spiel eine Systemumstellung auf eine Dreier-Abwehrkette. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass Montella seine "A-Garnitur" mit allen teuren Neuzugängen auf das Feld schicken wird.

Ungern kommen die Mailänder heute sicher nicht in den Wiener Prater. 1990 gewann man hier den Europacup der Landesmeister durch einen 1:0-Sieg über Benfica Lissabon.

Klein: "Ein besonderes Zuckerl"

Doch auch ein Austrianer fühlt sich im Happel-Stadion richtig wohl: Florian Klein. Der 30-jährige Linzer kehrte im Sommer zu den Veilchen zurück – er kennt das Prater-Oval von seinen zahlreichen Einsätzen in der österreichischen Nationalmannschaft. "Beim Team war die Unterstützung immer riesig, das hat zusätzliche Kräfte freigemacht", sagt Klein, der sich bei der Austria wohlfühlt. "Ich wollte absichtlich nicht gleich das erstbeste Angebot annehmen, habe vielen Vereinen abgesagt und auch die Zeit genutzt, um runterzukommen."

Es soll auch Anfragen aus Israel und der Türkei gegeben haben. "Alles hätte ich nicht mehr gemacht. Die Austria ist perfekt", sagt der Vater von zwei Kindern.

Am Wochenende gab Klein gegen Wolfsberg mit einem Tor beim 2:2 sein Bundesliga-Comeback – heute wartet gegen die italienische Großmacht ein Karriere-Highlight.

"In der Europa League dabei zu sein, ist schon toll. Aber wenn man dann auch noch gegen so eine Spitzenmannschaft spielen darf, ist das ein schönes Zuckerl." Für den Oberösterreicher ist es nach drei Jahren in den höchsten Ligen Deutschlands nicht das erste Spiel gegen einen absoluten Top-Klub. Mit Hakan Calhanoglu und Ricardo Rodríguez kennt er zwei seiner heutigen Milan-Gegenspieler aus Bundesliga-Zeiten. "Ich will mit meiner Erfahrung helfen. Vielleicht gelingt uns eine Sensation."

Milan-Stars

230 Millionen Euro investierte der AC Milan im Sommer, um die Vorherrschaft von Juventus in der italienischen Serie A zu brechen.

  • Leonardo Bonucci: Sechs Meistertitel in Folge feierte der Abwehrchef mit Juventus, ehe er im Sommer für 42 Millionen Euro kam und sofort Kapitän wurde.
  • Gianluigi Donnarumma: Mit 16 Jahren gab der Torhüter 2015 sein Serie-A-Debüt und ist seitdem die Nummer eins. Er wird Buffons Nachfolger im Team.
  • André Silva: Der 21-jährige Stürmer war mit 38 Millionen Euro der zweitteuerste Neuzugang. In der Europa-League-Quali erzielte er zwei Tore.
  • Hakan Calhanoglu: Der 23-jährige Türke kam für 22 Millionen Euro. Der Standard-Spezialist bereitete in vier Einsätzen zwei Treffer vor.

 

Salzburgs "Heimrevier"

Die Gruppenphase der Europa League ist für Salzburg Champions-League-Trostpflaster wie Pflichtprogramm. Heute (21.05 Uhr, Sky live) beginnt bei Vitória Guimarães quasi die Kür im „Heimrevier“: Mit sieben Teilnahmen sind die „Roten Bullen“ gemeinsam mit Steaua Bukarest Rekordstarter. Von der Favoritenrolle in Portugal will Salzburg-Trainer Marco Rose, der am Montag seinen 41. Geburtstag feierte, nichts wissen: „Wir sind gewarnt.“
Guimarães ist zwar ein Traditionsklub, der 1983/84 von Hermann Stessl betreut wurde, einen Titel hat Vitória aber noch nicht gewonnen. Die Ambitionen sind trotzdem hoch. „Guimarães hat sich vor Ende der Transferzeit verstärkt und vier neue Spieler geholt“, weiß Rose. Einer davon ist der Sohn der kolumbianischen Fußball-Legende Freddy Rincón, Sebastián. Am Sonntag erzielte der 23-Jährige, der einer von 16 Legionären ist, das Goldtor beim 1:0 gegen Boavista.

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Artikel Harald Bartl und Raphael Watzinger 14. September 2017 - 00:04 Uhr
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