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Gegenwind statt Rückenwind: Nur das Ergebnis rettete den Teamchef

SALZBURG. Nach dem glücklichen 2:0-Sieg Österreichs zum Auftakt der Fußball-EM-Qualifikation über Kasachstan überwiegt der Ärger. Der Teamchef und seine Spieler werden nicht gefeiert, sondern kritisiert. Nicht zu Unrecht.

Die Heckenschützen der Medien hatten längst Didi Constantini ins Visier genommen. Der Finger am Abzug war nach 90 desaströsen Spielminuten im Salzburger EM-Stadion schon gekrümmt, aber dann wurde nicht auf der Pressetribüne scharf geschossen, sondern im Strafraum der Kasachen. Roland Linz rettete mit dem 1:0 in Minute 91 dem Teamchef den Kopf, Jimmy Hoffer strickte mit dem 2:0 kurz darauf Constantini ein kugelsicheres Resümee der Marke „Guad is g‘angen, nix is g‘scheh‘n“. Noch bis nach Mitternacht ärgerten sich im VIP-Raum des Stadions die verhinderten Didi-Killer, dass Österreich zum Auftakt der EM-Qualifikation gewonnen hat. Auch eine Art Patriotismus.

Ein heftiger Gegenwind weht Constantini jetzt trotzdem ins Gesicht. Auch wenn ÖFB-Präsident Leo Windtner dem Tiroler nach wie vor den Rücken stärkt (siehe Interview), der Teamchef bietet trotz passabler Länderspiel-Bilanz (5 Siege/1 Remis/6 Niederlagen) eine große Angriffsfläche.

Dass er Strafraumstürmer Linz als hängende Spitze aufs Feld schickte („Die Idee ist mir beim Radlfahren gekommen“), dass er Kavlak ins Zentrum stellte, dass sein Mittelfeld einem Spiegelkabinett glich, in dem keiner wusste, wo er hinrennen soll – diese Vorstellung der Nationalmannschaft hatte mit klug organisiertem Fußball wenig zu tun. Constantini findet recht banale Gründe für diesen Chaotix-Kick: mangelhafte Chancenauswertung, mangelhaftes Selbstvertrauen, mangelhafte Routine. Ob‘s nicht auch am Coaching mangelt?

Was beim ÖFB-Team sicher fehlt, ist die Bereitschaft zur Selbstkritik. Denn die Ausreden mancher Teamspieler nach dem Zittersieg waren fast haarsträubender als das Spiel selbst. Stefan Maierhofer beschwerte sich über den Rasen im Stadion („Von oben schaut er schön aus, in Wahrheit ist er aber eine Sandkiste. Ein schnelles, kontrolliertes Spiel ist dort nicht möglich“), für viele seiner Kollegen waren die Fans viel zu ungeduldig und damit pfui. „Wenn es nach einer halben Stunde nicht läuft, wird gleich gepfiffen“, sagte beispielsweise Jakob Jantscher. Die beleidigten Auswahl-Kicker pfiffen dafür nach dem Spiel auf die Fans und stürmten ohne Verabschiedung in die Kabine. Die rot-weiß-roten Fahnen, die der ÖFB im Stadion hatte verteilen lassen, wurden von den letztendlich erleichterten Zuschauern trotzdem hochgehalten.

Guad is g‘angen, nix is g‘scheh‘n. (chz)

1
Didi · von hippokrates (382) · 09.09.2010 08:20 Uhr

jetzt wirds ernst: in Wien wetzen sie schon die Messer und du bist Schuld, weil du nicht selb er spielst und nicht den Ivanschitz, von dem man momentan eh nx hört, aufstellst. Zie dich warm an, wie es sich für einen Tiroler gehört!!

(0)
Artikel 09. September 2010 - 00:04 Uhr
Bild vergrößern Gegenwind statt Rückenwind: Nur das Ergebnis rettete den Teamchef

Je später der Abend, desto schöner die Tore: Dieser Treffer von Roland Linz bewahrte Österreichs Fußball vor einer Blamage und einer Teamchef-Diskussion.  Bild: DOMINIC EBENBICH

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EM-Quali: "Da hilft der beste Trainer nichts"

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