Salzburg ist da, wo Salzburg sein soll: Gut genug, um in Österreich den Meistertitel zu holen, aber nicht gut genug, um in der Liga der europäischen Champions mitspielen zu können. Auch wenn immer wieder vom internationalen Höhenflug der Bullen geträumt wird, in der Strategie von Red-Bull-Chef Didi Mateschitz, der am Mittwoch im Stadion war, ist das gar nicht vorgesehen. Seine Salzburger Fußball-Filiale ist als Basislager für aufstrebende Profis konzipiert, den Champions-League-Gipfel soll einmal RB Leipzig stürmen, das momentan noch in Deutschlands vierter Liga wohnt. Die Befürchtung, der Rote Bulle könnte nach der Niederlage gegen Tel Aviv seinen Spaß am Fußball verlieren und das Investment in Salzburg überdenken, ist aus der Luft gegriffen. Mateschitz ist ja nicht Stronach.
Die spielfreudigen Israelis waren den Salzburgern am Mittwoch in fast jeder Beziehung überlegen. Bullen-Trainer Huub Stevens glaubt trotzdem noch an eine dreißigprozentige Aufstiegschance im Rückspiel am kommenden Dienstag. „Die 30 Prozent wollen wir nützen.“ Ein Berufsoptimist.
Der heimliche Skandal
Der negative Höhepunkt einer flotten Partie spielte sich im VIP-Sektor ab. Als Tel Avivs Ausnahmestürmer Itay Shechter nach seinem Tor zum 3:1 eine rote Kippa aufsetzte und auf den Knien ein Stoßgebet zum Himmel schickte, wurden auf den Rängen antisemitische Schmährufe laut. Daraufhin kam es zu einem Handgemenge zwischen einigen Salzburger VIPs und Gästen aus Israel. Nicht das Ergebnis war am Mittwoch eine Blamage für Red Bull Salzburg, sondern diese VIP-Entgleisung. (chz)
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