WIEN. Wenige Stunden vor dem Playoff-Hinspiel zur Fußball-Europa-League gegen Aston Villa musste Rapid eine herbe Niederlage einstecken. Topstürmer Nikica Jelavic teilte dem Klub mit, nicht mehr für Rapid spielen zu wollen. Die Wiener stimmten deswegen dem Wechsel zu den Glasgow Rangers zu.
„Das ist eine Sache, die absolut abzulehnen ist, ein Schlag ins Gesicht von Rapid und zigtausenden Fans“, sagte Rapid-Präsident Rudolf Edlinger verärgert. „Ich habe das mit großer Emotion zur Kenntnis genommen und entschieden, dass Jelavic im Sankt Hanappi nichts mehr verloren hat.“ Er sprach von „glattem Vertragsbruch“: „So eine Vorgangsweise hat sich Rapid nicht verdient“, sagte Edlinger.
In der Folge wurde das vergangene Woche mit den Glasgow Rangers ausverhandelte Vertragswerk unterzeichnet. Von den kolportierten fünf Millionen Euro Ablösesumme geht laut Edlinger ein Drittel an Waregem, das von Rapid für den Kroaten vor einem Jahr 180.000 Euro erhalten hatte.
Rapid war sich in der Vorwoche mit den Rangers über die Ablösemodalitäten einig gewesen. Am vergangenen Donnerstag kam vom schottischen Meister die Rückmeldung, man habe sich mit Jelavic nicht auf einen Vertrag verständigen können.
Noch am Mittwoch hatte Rapids Vereinsspitze betont, dass der Kroate gegen Aston Villa zum Einsatz kommt. Nicht einmal 24 Stunden später war alles anders. Da Jelavic nicht im Playoff spielte, wäre er für die Rangers in der Champions League einsatzberechtigt – sofern Rapid nicht ohne den Angreifer gegen Aston Villa den Aufstieg schafft.
Der Vertrag wäre noch bis 2012 gelaufen. Rapid verzichtete darauf, Jelavic zu halten, weil es laut Edlinger keinen Sinn mache, einen Kicker mit Gewalt zu halten, der nicht mehr für Rapid spielen wolle.
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