Michael Ranseder hätte sich unumwunden freuen sollen. Mit Rang 14 im Großen Preis von San Marino holte er in seinem erst zweiten Moto2-WM-Rennen gestern Nachmittag in San Marino seine ersten WM-Punkte. Danach erfuhr er vom Kiefer-Racing-Team, dass er auch den Rest der WM-Saison weiter die Suter-Maschine bedienen darf. Und trotzdem war die Stimmung des Antiesenhofeners gedrückt. In der zwölften Runde war der Japaner Shoya Tomizawa in einer Rechtskurve ausgerutscht. Die hinter ihm fahrenden Scott Redding und Alex de Angelis konnten nicht mehr ausweichen und überrollten ihren Kollegen.
Der 19-Jährige, der erst 2009 in der Moto2 debütiert hatte, erlitt schwere Schädel-, Brust- und Unterleibsverletzungen und erlag rund eine Stunde nach Rennende seinen schweren Verletzungen in einem nahegelegenen Krankenhaus in Riccione. Rennsieger Toni Elias (Sp) widmete seinen bereits sechsten Saison-Erfolg seinem japanischen Kollegen. Allerdings hoffte er zu diesem Zeitpunkt noch darauf, dass er den Japaner schon bald wieder auf einer Rennstrecke begrüßen würde können – vergeblich. Nach dem tödlichen Unfall eines 13-Jährigen nur eine Woche zuvor im Rahmenprogramm des WM-Laufs in Indianapolis wurde die Motorrad-WM zum zweiten Mal schwer erschüttert.
„Wenn solche Dinge passieren, hat alles andere keine Bedeutung. Er war ein netter Kerl, es war ein schrecklicher Unfall“, sagte Italiens Superstar Valentino Rossi, der im anschließenden MotoPG-Rennen den dritten Platz hinter Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo belegte.
Für Ranseder ist nun kurz eine WM-Pause. In zwei Wochen bestreitet er das Finale der internationalen deutschen Meisterschaft auf dem Hockenheimring, um dann für den Rest der WM-Saison wieder zurückzukehren. (mad)
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