Massas Erinnerung an den Horror-Crash von Budapest ist gelöscht, die Nachwirkungen aber spürt der Formel-1-Pilot bis heute. „Das hat mich das Leben viel mehr schätzen gelehrt als davor“, sagte der Ferrari-Fahrer vor seiner Rückkehr nach Ungarn. In der Qualifikation am 25. Juli 2009 hatte ihn eine abgerissene Metallfeder des Brawn-Rennwagens seines Landsmanns Rubens Barrichello bei 240 Stundenkilometern am Kopf getroffen und den Helm schwer ramponiert. Massa erlitt einen Schädelbasisbruch und einen tiefen Schnitt über dem linken Auge. Bewusstlos raste er in einen Reifenstapel. Erst nach neun Tagen konnte er das Militär-Krankenhaus von Budapest wieder verlassen.
„Ich bin jetzt zehnmal dankbarer für die einfachen Dinge des Lebens. Das hat mein Leben und meine Gesundheit in ein neues Licht gerückt, ich nehme nichts mehr als selbstverständlich hin“, erklärte Massa vor dem letzten Rennen vor der Sommerpause am Sonntag (14 Uhr/live auf ORF 1, RTL). Monatelang hatte er nach dem Unglück verbissen um sein Comeback gekämpft. Ferrari stand in den schweren Stunden zu ihm und hielt ihm für diese Saison den Pilotensitz frei. Doch ausgerechnet vor der Wiederkehr nach Budapest sieht sich Massa von der Scuderia einmal mehr zur Hilfskraft degradiert.
Im Überholskandal von Hockenheim wird Ferrari durch neue Details belastet. Das italienische Formel-1-Team habe Massa beim GP von Deutschland insgesamt gleich drei Mal den versteckten Befehl erteilt, seinen Stallkollegen Fernando Alonso passieren zu lassen, berichtete das Fachmagazin „Auto, Motor und Sport“.
Die offensichtliche Stallorder von Hockenheim zeigte dem 29-Jährigen, dass er für die restlichen acht Rennen der Saison nur noch die zweite Geige hinter Fernando Alonso spielen darf. „Ich bin ein Profi, und das habe ich in diesem Fall bewiesen“, beteuerte Massa nach dem Überholskandal.
Doch seine Enttäuschung konnte der Südamerikaner kaum verbergen, zumal er seit dem Schicksalstag von Budapest auf seinen zwölften Grand-Prix-Triumph wartet.
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