Selbst die italienischen Tageszeitungen waren sich am Tag nach dem Formel-1-Rennen auf dem Hockenheimring nicht einig, wie sie das umstrittene Überholmanöver des späteren Siegers Fernando Alonso (Renningenieur Rob Smedley hatte dessen Ferrari-Teamkollegen Felipe Massa über Funk wissen lassen: „Fernando ist schneller“) beurteilen sollten. So schrieb „La Stampa“ wegen der verbotenen Teamorder: „Auf dem Triumph lastet der Schatten des Überholmanövers im Ferrari-Team.“ Der „Corriere dello Sport“ titelte: „Absurder Prozess gegen Ferrari – die Heuchelei an der Macht.“
Fix ist: Ferrari steht mit der dubiosen Vorfahrt von Alonso wieder einmal in den Negativschlagzeilen. Ob der Überhol-Skandal aber für die „Sünder“ weitreichende Konsequenzen hat, wird sich erst vor dem Motorsport-Weltrat des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) zeigen. Ein Termin steht noch nicht fest.
Die Rennkommissare hatten in Hockenheim vorerst eine relativ milde Strafe von 100.000 Dollar verhängt. Angesichts der Urteilsgepflogenheiten des World Council in vergleichbaren Fällen ist davon auszugehen, dass Ferrari aber wesentlich stärker büßen muss. Dies könnte eine erhebliche Aufstockung der Geldstrafe sein, aber auch ein Punkteabzug ist denkbar – auch wenn Ferrari nach wie vor die Formel-1-Fans für dumm verkauft: „Wir haben nichts gemacht. Wir haben Felipe keine Anweisung gegeben. Wir haben ihn nur über die Situation informiert.“
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