In Mundls Leben auf der Überholspur scheint die Selbstverständlichkeit des Siegens ein Beifahrer zu sein. Bemerkt hat er den aber noch nicht. „Ich muss mir jeden Sieg hart erkämpfen. Langweilig wird mir nicht, den anderen vielleicht“, erzählt Baumschlager, dessen fünfter Sieg im fünften von sieben Saisonrennen vorzeitig der Titel bedeutet. Der zehnte in Summe. Der achte in Folge. „Das hat weltweit in einer heimischen Serie noch niemand geschafft“, jubelt er. Doch weiß, dass diese Dominanz nicht nur freundliches Echo hervorruft: „Seriensieger sind vielen ein Dorn im Auge. Aber mit der Zeit ist dir das wurscht. Dann gehe ich den Gegnern halt auf den Wecker, das ist ihr Problem. Mal ist mein ,überlegenes’ Auto der Grund, warum ich gewinne, mal was anderes. Manche Leute tun sich selbst mehr leid statt nachzudenken, wie sie schneller werden.“
Das Auskosten des Erfolgs beschränkte sich auf eine Flasche Sekt mit Gattin Elfi und Tochter Lisa. Die Teamkollegen brachen noch Samstagnacht zur Rallye-WM nach Finnland auf. Baumschlager reist morgen nach, um drei WM-Piloten fahrbaren Untersatz zu verleihen. Juho Hänninen steigt direkt in Mundls BRR Skoda Fabia S2000, mit dem er zum Titel gerast war: „Ich musste das Auto heil ins Ziel bringen, das Herz ist mir bei jedem Querstehen fast in die Hose gerutscht.“ Bei der WM wäre Baumschlager ein zu altes Eisen, in Österreichs Meisterschaft ist er ein heißes. Nun will er Rekordhalter Franz Wittmann sen. (zwölf Titel) einholen – und überholen. „Ja, das ist jetzt sehr interessant!“
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