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Schmankerl, Wein und Wandern

Alles regional: das Schmankerl-Kaufhaus „Pur Südtirol“ im Herzen von Meran Bild: haas

Schmankerl, Wein und Wandern

Meran bietet nicht nur 300 Sonnentage pro Jahr, sondern auch viel Südtiroler Kulinarik.

Von Karin Haas, 17. Mai 2017 - 00:04 Uhr

Wissen Sie, was ein "Waalweg" ist? Ich hab’s auch nicht gewusst. Waal ist ein alter Südtiroler Dialektausdruck für "kleiner Fluss". Jetzt ist es fast so etwas wie ein Synonym für Wandern rund um Meran. Denn die "Waalwege", die entlang der alten Bewässerungssysteme für Weinberge und Bergapfelgärten angelegt wurden, sind ideal, um sie unter Schusters Rappen zu nehmen. Breite Wege, leicht abfallend und ab April vom Rauschen des Wassers in den teils unterirdisch, teils oberirdisch gelegenen Kanälen begleitet.

Marlene Waldner, die Seniorchefin vom Hotel La Maiena in Marling hoch über Meran, hat sich dafür eingesetzt, dass dort für die Wanderer das Wasser rauscht. Denn zur Bewässerung braucht man die Kanäle nicht mehr.

Genussdorf Marling

Marling ist ein kleines, ursprünglich gebliebenes Winzer- und Apfelbauerndorf. Ursprünglich ist es aber nur auf den ersten Blick. Denn es gibt dort so viele, geschickt versteckte Viel-Sterne-Hotels, wie man sie in diesem charmanten Nest nie vermuten würde. Ebenso fein speist man hier.

André Kassin ist der Küchenchef im Genießer-Hotel La Maiena. Er ist Österreicher. Kassin kommt aus Bad Blumau und kocht Kreationen wie "Hanf-Ravioli mit Stracchino und Frühlingszwiebelsauce". Stracchino ist ein italienischer Weichkäse, der auch Crescenza genannt wird.

Koch Kassin macht Zitronengras-Brioche zur konfierten Wachtelbrust. Er wuzelt Schwarzwurzeln in Lauchasche, damit sie auch optisch ihrem Namen gerecht werden. "Es gibt Tage, da isst die Hälfte der 150 Gäste vegetarisch oder vegan", sagt der Gourmetkoch. Das heißt dann "Vitalmenü". Es gibt Stangensellerie-Sorbet mit Banane, Kohlrabi mit Mandelcreme und Miso-Sud oder eine Couscous-Praline mit Koriander und Yuzu. Letzteres ist eine asiatische Zitrusfrucht.

Genuss-Scouts schwärmen im Meraner Tal mit der Vinschgerbahn aus. Das ist eine revitalisierte Linie, die an Kaiser Franz Josephs Zeiten gemahnt. Von Marling aus ist man in fünf Minuten in Meran. Praktischerweise sollte man dies an einem Freitag tun. Denn dann ist auf dem Bahnhofsplatz Schmankerlmarkt. Vom Überangebot an Speck sollte man sich nicht irritieren lassen. Es gibt auch rarere Schmankerl. Dann geht die Genuss-Promenade weiter. Nach der berühmten Laubengasse geht’s in die Galileistraße. Hier findet samstags der Bauernmarkt statt. Ein paar Schritte weiter breitet in der Freiheitsstraße 35 das regionale Kaufhaus "Pur Südtirol" seine Schmankerl aus. Es gibt auch einen Reifekeller für Speck und Käse zu sehen.

Vielleicht nimmt man auch ein Flascherl Wein der seltenen Sorte Kerner mit. Diese Traube entstand durch eine Kreuzung von Vernatsch mit Riesling. Oder darf es ein Gläschen Bergapfelsaft sein, streng nach Sorte getrennt? Vielleicht von der Saft-Manufaktur Kohl in Ritten? "Berg" darf sich übrigens nur dann ein Apfelsaft nennen, wenn der Baum auf über 600 Metern Seehöhe gedeiht.

Wie praktisch, dass Meran im Schnitt 300 Sonnentage pro Jahr verzeichnet. So lässt es sich trefflich promenieren und genießen.

 

Tipps

„Pur Südtirol“: Schmankerl-Kaufhaus regionaler und nachhaltiger Prägung. Das Mehl fürs Bio-Brot stammt aus der eigenen Mühle. Reifekeller für Speck und Käse. Freiheitsstraße 35, Meran, www.pursuedtirol.com

Federkielstickerei: Alois Thaler stickt im Meraner Stadtteil Obermais mit Kielen von Pfauenfedern wie anno dazumal für reiche Adelige. Zusehen erwünscht!

Gärten von Schloss Trauttmansdorff: Das ist leicht irreführend. Denn so heißt der 16 Jahre junge botanische Garten von Meran. Sehenswert ist er trotzdem. 80 Gartenlandschaften scharen sich auf zwölf Hektar um Schloss Trauttmansdorff, in dem Sissi wohnte. Heute beherbergt es das „Touriseum“, ein Museum für Alpentourismus.
Genussmarkt: freitags beim Bahnhof Meran der Vinschgerbahn.

Wohnen: Genießer-Hotel La Maiena in Marling hoch über Meran. Vier Sterne plus, 72 Zimmer, aufgeteilt auf drei Häuser, Saunalandschaft, bacherlwarmer Infinity-Pool, Nacktbade-Hallenbad, Kinder-Wellness, Hauben-Küche, neu seit 13. April: Meran-Lodge, 14 Suiten, drei Penthäuser mit Whirlpool, ab129 Euro pro Tag und Person mit Vollpension. www.lamaiena.it

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