Reisen

Menü
Facebook Twitter Google+ E-Mail
Mit Einheimischen unterwegs

Hamburg ist eine sehenswerte Stadt – auch abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten. Bild: APA

Mit Einheimischen unterwegs

"Greeter" zeigen auf der ganzen Welt ihre Heimatstädte – auch in Hamburg.

Von Claudia Riedler, 10. September 2017 - 00:04 Uhr

Peter Meyer (73) lebt seit mehr als 50 Jahren in Hamburg. Er kennt die Stadt wie seine Westentasche, am liebsten erkundet er sie mit dem Fahrrad – und mit Touristen. "Ich bin seit 2013 beim Greet-Programm. Dabei zeigen wir Einheimischen den Gästen unsere Stadt, unsere Lebensumwelt", erklärt der pensionierte Geschichtelehrer. Wichtiges Prinzip dabei: Die Führung mit einem Greeter ist kostenlos. "Wir nehmen weder Bezahlung noch Trinkgeld, lassen uns aber gern verköstigen auf der Tour, und wenn Eintrittsgelder anfallen, werden diese auch von den Gästen getragen", sagt er.

Die Bezeichnung "Greeter" leitet sich vom englischen Wort "to greet" ab. Das Konzept wurde bereits 1992 von der Amerikanerin Lynn Brooks in New York unter dem Namen "Big Apple Greeters" gegründet. Inzwischen gibt es weltweit Greeter, auch in Wien. Seit dem Frühjahr 2012 sind die Greeter in Hamburg aktiv. An die 100 dieser besonderen Stadtführer gibt es in der Hansestadt.

Anekdoten und Alltag inklusive

Vier- bis fünfmal im Monat begrüßt Peter Meyer Gäste in Hamburg, immer kleine Gruppen, Familien, Paare. So auch Ulli Wurpes aus Wels, die mit ihm fast fünf Stunden durch Hamburg radelte. "Am besten haben mir die Kanäle in den Vororten von Hamburg mit den Anekdoten dazu gefallen. In diesem Bezirk war er selber Lehrer und er hat so viele Geschichten parat, dass ich ihm vorgeschlagen habe, ein Buch darüber zu schreiben", berichtet die Welserin begeistert. Schon vor der Tour bekam sie Tipps, was abseits der üblichen Touristenrouten sehenswert wäre.

"Ich würde einen Greeter allen empfehlen, die Lust auf etwas andere Stadttouren haben, sich über Alltagsleben und -besonderheiten in der jeweiligen Gegend informieren wollen und auch Interesse für persönlichen Austausch mit einem Einheimischen haben", sagt Wurpes, die auch beim nächsten Trip wieder diese Art der Stadterkundung plant.

Wer einen "Greet" haben möchte, gibt auf der Web-Seite seine Interessen bekannt – dann bewerben sich die Greeter für die Gäste und erhalten vom Matching-Team den Zuschlag. Meyers Spezialität ist, dass er mit dem Fahrrad die ganze Stadt erkundet. "Immer häufiger sind Rad-Liebhaber unterwegs, ich war auch der erste, der das hier in Hamburg angeboten hat", sagt er. Wie er darauf gekommen ist? "Ich war in Tallinn, dort lernte ich einen Studenten kennen, der hat mir mit dem Fahrrad seine Stadt gezeigt. Das hat mir gefallen – und ich wollte das auch in meiner Heimat anbieten."

Drei bis vier Tourenvorschläge hat er im Angebot, die Gäste können die Führungen aber auch selbst zusammenstellen. "Ich zeige alles, was nachgefragt wird, auch die klassischen Sehenswürdigkeiten, und kann wegen meines Berufs viel über die Stadtentwicklung erzählen", sagt er. Zum Beispiel radelt er mit seinen Gästen durch den alten Elbtunnel. "Das würde man als Tourist nicht machen."

 

Greeter weltweit

Wo? Ob Wien, Kairo, Bangkok, London, Mailand oder New York – in mehr als 140 Destinationen auf der ganzen Welt können die Dienste eines „Greeters“ in Anspruch genommen werden.

Wie? Greeter heißen ihre Gäste herzlich willkommen. „Nicht so sehr als Stadtführer, sondern eher als Freund“, so wird es auf der internationalen Web-Seite beschrieben. Das Prinzip der Ehrenamtlichkeit ist überall gleich. Greeter werden nicht bezahlt. Die Touren dauern ganz unterschiedlich lang. Bei Peter Meyer bis zu sieben Stunden.

Mehr Infos: Wer eine Stadtbesichtigung plant, schaut einfach auf www.globalgreeternetwork.com

»zurück zu Reisen«

Kommentare

Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden.
Was sagen Sie zum Thema? Jetzt kommentieren

Haben Sie bereits einen Benutzernamen? Dann melden Sie sich bitte hier an.
Um sich registrieren zu können müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort, Ihre E-Mail-Adresse und Ihre Handynummer mitteilen.
Gewünschter Benutzername
Gewünschtes Passwort
Wiederholung Passwort
E-Mail
Anrede
  Frau    Herr 
Vorname
Nachname
OÖNcard / Kundennummer (optional)
Handynummer
/

Sicherheitsfrage
Wie viel ist 3 + 2? 
Bitte Javascript aktivieren!