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Manche mögen es wild

Mit dem McKinley Explorer der Alaska Railroad lässt sich aus dem Panoramawagen heraus die faszinierende Landschaft des Spätsommers genießen. Bild: Imhof

Manche mögen es wild

Spätsommer ist die ideale Zeit, um Alaska zu entdecken, meint Brigitte Imhof

Von Brigitte Imhof, 13. August 2017 - 00:04 Uhr

Der Wolf scheint keine Notiz von uns zu nehmen. Gerade einmal zehn Meter entfernt trabt er neben unserem Bus her. Auch die aus den offenen Fenstern ragenden, wild klickenden Kameras scheinen ihn nicht zu stören. Wir sind unterwegs durch den Denali-Nationalpark, den berühmtesten der 17 Nationalparks in Alaska.

Wir näherten uns dem Mount Denali von Norden aus mit dem Mount McKinley Explorer der Alaska Railroad. Vom verglasten Panoramawagen aus tauchte er bereits drei Stunden vor der Ankunft in Denali zum ersten Mal auf. Wie ein Monolith aus Eis ragt er aus der ebenen Tundra. Start unserer Zugtour war Fairbanks. Alaskas zweitgrößte Stadt gilt als das Tor zum Norden. Die Wildnis beginnt gleich hinter der Stadtgrenze. Mit ein paar Weilern kleckert die Zivilisation aus. Nahe dem Ort Fox ein paar Kilometer nördlich von Fairbanks kommt man an der historischen Gold Dredge No. 8 vorbei, einem Baggermonster. Dort bekommen Besucher die Goldgewinnung erklärt und in einem Crashkurs die Kunst des Goldwaschens beigebracht.

Wir befinden uns knapp südlich des Polarkreises, was bei den meisten Menschen eher ungastliche Assoziationen auslöst: Der Beiname "Eisbox Amerikas" kommt nicht von ungefähr. 40 Grad minus im Winter sind keine Seltenheit. Dafür können die Temperaturen in den Sommermonaten, wenn die Sonne erst gar nicht hinter dem Horizont verschwindet, auf 30 Grad plus (!) und mehr steigen. Dann kommen die Einheimischen bisweilen auf lustige Ideen. So tragen die Ureinwohner Alaskas seit 1961 jedes Jahr im Juli die Eskimo-Olympiade aus. Bei Wettbewerben wie Fischezerlegen, Ohrziehen, Armdrücken und Gewichte-ans-Ohr-Hängen werden die Champions ermittelt. Und beim Talkeetna Moose Dropping Festival zeigen sie, was man mit Elchdung so alles anstellen kann. Die Kreationen reichen von Ohrringen bis hin zu Weihnachtsschmuck, und beim Dung-Weitwurf kommt auch eine sportliche Note ins Spiel.

Unglaubliche Weite

Nur allmählich bekommt man eine Ahnung von den unglaublichen Ausdehnungen der Last Frontier. Alaska ist fast fünf Mal so groß wie Deutschland, hat aber nur 700.000 Einwohner, von denen etwa die Hälfte in Anchorage lebt. Kaum mehr als ein Dutzend Überlandstraßen erschließt das weite Land mit seinen drei Millionen Seen, 3000 Flüssen und 5000 Gletschern. 17 der 20 höchsten Berge Nordamerikas befinden sich auf Alaska-Terrain. Kein Wunder, dass das Flugzeug das wichtigste Verkehrsmittel ist und der Pilotenberuf in Alaska so selbstverständlich wie bei uns der des Busfahrers. So starten auch viele Touristen von Fairbanks zum Flightseeing. Zum Beispiel nach Fort Yukon direkt am Polarkreis, der größten Ansiedlung der Athabascan-Indianer. Eine große Start- und Landebahn flankiert auch das "Chena Hot Springs Resort".

In den heißen Quellen, die dem Resort ihren Namen gegeben haben, kann man herrlich relaxen. Bis spät sitzt man mit seinem Bierchen draußen und lässt sich die warme Sonne aufs Haupt scheinen. Keiner mag daran denken, dass bald wieder Kälte und Finsternis das Regiment führen.

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