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Belgischer Buchsbaumzauber

Im Hintergrund der Anlage thront das Chateau d’Ursel. Bild: Raab

Belgischer Buchsbaumzauber

Durbuy, die kleinste Stadt Belgiens, zieht mit dem größten Formgarten der Welt nicht nur Pflanzenliebhaber in ihren Bann.

Von Karsten-Thilo Raab, 03. September 2017 - 10:00 Uhr

Nur 400 Einwohner zählt das malerische Fleckchen Durbuy in Südbelgien. Dennoch wurden dem Örtchen in den Ardennen bereits im Jahre 1331 die Stadtrechte verliehen. Damit darf sich Durbuy rühmen, die kleinste Stadt des Königreichs und eine der kleinsten Städte der Welt zu sein. Und in dieser befindet sich mit dem Parc des Topiaires der größte Formgarten der Welt.

Auf 10.000 Quadratmetern machen hier mehr als 250 pflanzliche Kunstwerke die prächtigen Gärten am Ufer der Ourthe zu einem Freilichtmuseum. Nahezu die ganze Anlage besteht aus Buchsbaumhecken und -gewächsen. Dazwischen lockern Rasenflächen, vereinzelte Bäume und von kleinen Hecken gesäumte Wege das Areal im Schatten des Chateau d’Ursel auf.

Der Parc des Topiaires ist das Lebenswerk von Albert Navez. Vor gut dreieinhalb Jahrzehnten begann er mit der Arbeit. Rund 15 Jahre intensiver Pflege sollten ins Land gehen, ehe das Gros der Pflanzen die gewünschte Form hatte: "Alles, was ich benötige, sind etwas Draht und ein paar Bambuszweige. Daraus forme ich die Umrisse der geplanten Figuren." Während die Buchsbaumpflanze wächst, werden die Äste und Blätter regelmäßig gestutzt, um sie in die gewünschte Form zu bringen. "Nach und nach werden dann die Drähte und die Bambuszweige entfernt", erklärt Park-Mitarbeiterin Marie-José die nächsten Schritte.

Diese Art der Gartenkunst wurde schon in der Antike und im Mittelalter angewandt. Die Formbäume erfreuten sich insbesondere im 17. Jahrhundert in England, Frankreich, Italien und den Niederlanden großer Beliebtheit, wo sie vornehmlich zu finden waren.

Einige der Pflanzen im Parc des Topiaires sind mehr als 130 Jahre alt. Zwei Gärtner sorgen ganzjährig mit Heckenscheren dafür, dass die grünen Kunstwerke in Form bleiben. Besonders beeindruckend sind eine badende Dame und die zwei fraulichen Figuren, die so wie Gott – oder Albert Navez – sie geschaffen hat, ein Sonnenbad nehmen. Zudem zieren ein betender Mann, Springpferde mit Jockeys im Sattel, Schildkröten, Bären, Eichhörnchen, Schwäne und Pfauen, aber auch Kaffeetassen, Gießkannen, ein Riesenherz sowie ein vier Meter hoher Elefant einige der insgesamt 39 verschiedenen Pflanzbereiche. Besonderer Blickfang eines mit Seerosen bestückten Teiches ist eine zweieinhalb Tonnen schwere spanische Tonvase, die als sprudelnder Brunnen dient. Am Ufer unternehmen zwei Paddler im Boot ihre Trockenübungen, während – nur durch einen Weg und zwei Buchsbaumhecken getrennt – zwei Krokodile auf vermeintliche Beute zu lauern scheinen. Am Ausgang warten "Die Freunde von Jeanne Calment". Das Pärchen auf der gepflanzten Parkbank erhielt seinen Namen in Anlehnung an Frankreichs älteste Frau, die 120 Jahre alt wurde. Freundlich winkend, scheinen die beiden Greise leise "Au revoir!" zu sagen.

Eintritt: Der Park des Topiaires ist von März bis Oktober täglich von 10–18 Uhr, im November von 10–17 Uhr geöffnet, Eintritt: 4,50 Euro; www.topiairesdurbuy.be; www.belgien-tourismus.de

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