Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Und auch wenn die Tourismussaisonen sich nicht mit dem Jahreskalender völlig überschneiden, werden kommenden Jänner wohl einige Bilanzen gezogen.
Dann werden wir wohl von Nächtigungszuwächsen, einer steigenden Zahl an Ankünften und einer hohen Zufriedenheit der Touristiker hören und lesen.
Die Frage, die sich bei diesen Zahlen immer stellen lässt: Was sagen Nächtigungs- und Ankunftszahlen über den Erfolg einer Region, eines Landes oder eines Betriebs aus?
Möglicherweise im Einzelfall gar nichts. Im besten Fall lässt sich ein Trend ablesen, wenn die Vergleichszahlen immer stimmen, was allerdings auch wieder eine Frage der Meldemoral ist. Die beiden Kennzahlen, so sie steigen, dienen daher nicht selten der Eigenbauchpinselei von Tourismusfunktionären und -politikern.
Daher weiß man nicht genau, ob man sich wirklich freuen soll, wenn die Nächtigungszahlen steigen. Schließlich wäre das nur dann in Ordnung, wenn daran auch jemand etwas verdient.
Aussagekräftiger wären da Zahlen wie die Umsatzentwicklung und der Deckungsbeitrag pro Bett (entscheidend: mit oder ohne Verpflegung) und vor allem der Cashflow des Betriebs über das gesamte Jahr gerechnet. Darüber gibt es in der Öffentlichkeit nur bedingt Auskunft.
Was wiederum daran liegen kann, dass es manchen so schlecht geht, dass sie nichts veröffentlichen. Oder dass es ihnen so gut geht, dass sie nicht die Neider auf den Plan rufen wollen. Wir gehen natürlich von Letzterem aus.
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