Sieben Wochen, 1200 Kilometer, elf Hunde und 15 menschliche Pilger: Am 15. März startet die gebürtige Grünauerin Johanna Mayrhofer ihre tierische Pilgerwanderung von Estepona an der Costa del Sol über Sevilla entlang des südlichen Jakobsweges, der „Vía de la Plata“.
Sie will in Spanien ein neues Bewusstsein für den Tierschutz schaffen, gibt in jedem der 50 Pilgerorte eine Pressekonferenz und hat Projekte mit Schulen am Laufen. „Die Situation der Tiere ist in Spanien immer noch erschreckend: Hunde werden in der gleißenden Sonne stundenlang an Bäume gekettet oder einfach mitten auf der Autobahn ausgesetzt. Wir wollen mit unserer tierischen Wanderung Aufsehen erregen und Sponsoren finden“, sagt Mayrhofer.
Um die Strecke von 1200 Kilometern auch konditionell zu schaffen, trainieren Hunde und Herrchen schon jetzt. „Wir haben bereits eine einwöchige Probewanderung gemacht, um zu schauen, wie es mit den Hunden im Rudel klappt“, sagt Mayrhofer. Und die Vierbeiner hätten gar eine soziale Ader entdeckt: „Sie haben stets geschaut, wo die anderen sind, nach dem Tagwerk friedlich alle viere von sich gestreckt und gemeinsam Kopf an Kopf auf dem Boden der Pilgerstätten geschlafen.“ Bis zur Erleuchtung sei es nicht gekommen – bei nur einer Pilgerwoche kaum möglich.
Die insgesamt 105 Wander- und Tierfreunde kommen jedenfalls aus der ganzen Welt: „Spanier, Deutsche, Amerikaner und natürlich Österreicher sind mit von der Partie.“ Gut, dass bei solcher Internationalität wenigstens die Hunde keine Sprachbarrieren haben.
Zwei- und Vierbeiner sind mittlerweile jedenfalls ziemlich fit, „denn es gibt täglich ein eigenes Hunde-Training“, sagt Mayrhofer. Sie lässt ihre eigenen zwei Vierbeiner und den Kater Mishu allerdings zu Hause: „Meine beiden Hunde sind schon alte Herren, der Kater ist zu faul und fett.“
Noch keine AutogrammeDie gelernte Werbefachfrau Johanna Mayrhofer ist in Spanien jedenfalls schon ein regionaler Star. „Bei unserer Probewanderung wurden wir von Fremden angesprochen, die uns aus dem Regionalfernsehen wiedererkannt haben.“ Teils habe man den Kopf über die Pilger geschüttelt, vor allem als Hunde und Herrchen pitschnass in einem kleinen Ort einkehrten. „Autogrammjäger gibt es aber noch keine.“
Am Ende der Reise steht ein tierischer Gottesdienst: „Wir waren ganz verwundert, dass wir einen Priester gefunden haben, der uns mit den Viecherln in die Kirche lässt.“ Mit den gesammelten Spenden will Johanna Mayrhofer jedenfalls ein Tierheim bauen. Außerdem soll in einem Bildungszentrum auf die Situation der Tiere aufmerksam gemacht werden.
Auskunft: Eine Wanderwoche mit dem Tierschutzverein ADANA kostet 380 Euro. Eigene Hunde können auf Anfrage mitgenommen werden. Internet: www.elcamino.adana.es; Tel.: +34/6993/16394
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