Etwa 50 Prozent der Österreicher werden auch heuer in den Ferien nicht verreisen. Das wird naturgemäß von der Reisebranche beklagt, aber warum? Denn dieser Anteil ist in Wahrheit seit Jahren stabil, Wirtschaftskrise hin oder her. Es gibt nun einmal einen großen Grundstock an Bürgern, die sich einen Trip in die Türkei, nach Ibiza oder gar in die Südsee so oder so nie leisten konnten. Daneben gibt es selbstverständlich auch sehr viele Menschen, die alleine aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters lieber daheim bleiben. In aller Ruhe und Gelassenheit. Genau genommen müsste man eher verwundert sein, dass sich noch immer relativ viele Österreicher Urlaube im Ausland leisten können und auch wollen.
Dass dem so ist, erscheint grundsätzlich erfreulich. Raus aus dem Alltag, einmal etwas anderes sehen und hören, weg von politischen Wortmeldungen, die mit ihren floskelhaften Belanglosigkeiten nur mehr als grobe Belästigung empfunden werden können. Eines hat sich aber sicher geändert: Im Urlaub ins Ausland zu fahren, galt früher als Statussymbol. Je weiter weg, desto eindrucksvoller sollte die Reise auf die Nachbarn wirken. Das ist heute anders. In gewisser Weise ist es sogar chic geworden, daheim zu bleiben. Wer nicht fliegt, hilft der Öko-Bilanz und macht sich so um den Klimaschutz verdient. Das ist ja auch ganz fein.