Abenteuer Wüste: 1983 fuhren die drei Studenten von Österreich aus in die Sahara. Karl Freilinger (Mitte) und Gerhard Gruber (rechts) starten wieder ein Abenteuer. Bild: prv
Von der Seidenstraße träume ich seit 27 Jahren“, sagt Karl Freilinger (52). Seine Augen glänzen dabei, man spürt, dass er sein Abenteuer endlich in Angriff nehmen will.
Heute, Samstag, geht es los. Mit seinem Freund Gerhard Gruber aus Tirol wird er von Linz aus aufbrechen. Die beiden haben ihre Motorräder beladen, mit allem, was für ihre Reise notwendig ist. „Ich habe mir extra ein Motorrad ohne Elektronik gekauft. Das kann man überall reparieren“, sagt Freilinger. Eine BMW 100 GS Paris-Dakar Classic, Baujahr 1995. 42.000 Kilometer hat sie auf dem Buckel. „Ich habe eine kleine Erbschaft gemacht, da ist sich die Maschine ausgegangen“, sagt Freilinger und grinst.
Sein Beruf ist Manager bei Andritz Hydro. Beruflich fliegt er deshalb ständig rund um den Globus, ist erst gestern von einem Aufenthalt in Indien zurückgekommen. „Bei den Dienstreisen siehst du aber nur Flughäfen, Taxis, Hotels und Betriebe. Jetzt, das ist etwas ganz anderes.“
Jetzt heißt: Die kommenden drei Wochen auf dem Motorrad unterwegs zu sein. Über Slowenien, Kroatien, Serbien, die Türkei, die syrische Wüste, dann wieder die Türkei, bis nach Teheran, so der Plan Freilingers für die heurige Etappe. 7000 Kilometer stehen auf dem Programm, drei Wochen sind dafür eingeplant.
„Die Reise ist nichts für Weicheier. Wir werden nur untertags fahren. Nachts ist es zu gefährlich.“ Welche Gefahren lauern? „Vor allem andere Verkehrsteilnehmer“, sagt der Linzer.
Es werde aber auch eine Reise in andere Länder, andere Kulturen und vor allem andere Zeiten. Die beiden wollen keine historische Stätte auslassen, viele Museen besuchen. Übernachtet wird in den „1000-Sterne-Hotels“, sprich im Zelt unter freiem Himmel.
Es solle aber auch eine Reise in die eigene Vergangenheit werden, sagt Freilinger. Vor 27 Jahren – während seiner Studentenzeit – hat er mit zwei Freunden bereits eine lange Motorradreise gemacht. Von Österreich aus ging‘s für rund zwei Monate in die Sahara.
Freilinger: „Schon damals haben wir die langen Distanzen in den Knochen gespürt. Ich bin gespannt, wie es diesmal wird.“ Gerhard Gruber war schon 1983 dabei, der Dritte von damals kann diesmal leider nicht mitkommen.
Weil Freilinger Probleme mit seiner rechten Hand hatte, ließ er sie sich kurzerhand vor einigen Wochen operieren. Die Narbe ist noch deutlich zu sehen. Aber, jetzt funktioniert sie wieder problemlos, sagt er und freut sich.
1983 haben sie auf der Rückreise von der Sahara davon geträumt, sich irgendwann einmal auch die Seidenstraße per Motorrad anzusehen. Jetzt ist es so weit.
Wobei sich die beiden Abenteuer in der Türkei trennen werden. Freilinger fährt weiter durch den Iran bis Teheran. Dort wird er sein Motorrad bei Freunden unterstellen und heimfliegen, so der Plan. Kommendes Jahr fliegt er nach Teheran und fährt mit der Maschine weiter bis Kirgisistan. Wieder nimmt er sich dafür drei Wochen Zeit. Und 2012 wiederholt sich das Ganze. Dann heißt das finale Ziel China.
Gruber lässt heuer den Iran aus. Er wird mit dem Motorrad zurück nach Österreich fahren. Im kommenden Jahr treffen sich die beiden erneut und fahren gemeinsam nach Kirgisistan.
Möge das Vorhaben gelingen.