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Auf Tour mit Christian Tropper: Wie Tom Cruise mein Leben stahl

Du sollst zittern, kleiner Tom. Ich kenne das schreckliche Geheimnis, das du hinter deinem legendären Ultrabright-Lächeln und deiner fetten Sonnenbrille verbirgst. Ich weiß noch nicht, wie du mein Leben gestohlen hast, aber denk nur nicht, dass du so einfach davonkommst, du Mistkerl.“

Die Erkenntnis, dass Tom Cruise mein Leben stahl, verfestigte sich bei der Lektüre des gleichnamigen Buches von Guillaume de LaCroix auf einer Liege des Ngwe-Saung-Strandes in Myanmar. Ich schlürfte Bananen-Schokomilch, während mein Reisebegleiter bei mafiösen Machenschaften 1000 Tode starb. „Franky, der Affe, Girocco war tot. Und niemand außer einer blinden Frau hatte jemals gefragt, warum er diesen Namen trug.“ Am Liegestuhl nebenan war gerade der Pate zurückgekehrt. Aus der Feder von Mark Winegardner.

Lesen im Urlaub ist ein doppeltes Erlebnis: überraschender Lesestoff und Abenteuer im Kopf. Viele Hotels horten in der hauseigenen Bibliothek Liegengelassenes. Zerfleddert und trotzdem gerne genommen. Manchmal fehlen Seiten, teils findet man erboste Kommentare. Letzteres entdeckte ich etwa in „1000 ganz legale Steuertricks“ in Miami.

An den entlegensten Orten finden sich Bücher, die in öffentlichen Bibliotheken unbeachtet bleiben. Die Dominanz der Werke von Donna Leon, John Grisham und Stephen King sowie die zuverlässige Präsenz von Douglas Adams’ „Per Anhalter durch die Galaxis“ ist bei diesen Bibliotheken auffallend.

Der Buchbestand von Hotels sagt jedenfalls sehr viel über die Gäste der Häuser aus. Umso interessanter war es, in einem Vier-Sterne-Hotel in Katalonien gleich neben Henning Mankell das Buch „Elektroinstallationen“ aus dem Verlag „Selbst ist der Mann“ zu finden.

Haben auch Sie ähnliche Entdeckungen gemacht? Auf Ihre Lieblingsreisebücher oder Bibliotheksfunde freut sich: c.tropper@nachrichten.at

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Artikel 28. März 2009 - 00:04 Uhr
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„Verdammt, Tom lebt mein Leben!“  Bild: Reuters

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