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Mit Vollgas ins elektrische Zeitalter

Mit einer besonderen Premiere feiert der Linzer Autofrühling ab kommenden Freitag, 19. März, seinen 40. Geburtstag: Erstmals in der Geschichte stehen Großserien-Elektroautos von etablierten Herstellern auf der Autoschau.

Das „Ob“ ist schon lange geklärt. Auch die Frage nach dem „Wie“ ist mittlerweile beantwortet. Jetzt geht es eigentlich nur noch darum, in welchem Tempo sich die Elektromobilität durchsetzen wird. Das kann – wie immer bei technologischen Revolutionen – schneller gehen, als wir uns das heute vorstellen. Dass zwischen Science Fiction und Realität oft nur eine kurze Zeitspanne liegt, wurde in den vergangenen 15 Jahren schon zweimal bewiesen: vom Internet und vom Mobiltelefon. Es gibt drei klare Anzeichen, die für eine rasche Entwicklung der Elektromobilität sprechen.

Der gigantische Markt: Europa, Japan und die USA sind für die Autoindustrie gesättigte Märkte, in denen Zuwächse kaum mehr möglich sind. Die Wachstumsdynamik verschiebt sich immer stärker nach Asien – vor allem in die Boom-Länder China und Indien. Doch gerade diese beiden Staaten bekommen die Massenmotorisierung und das steigende Abgasproblem kaum noch in den Griff und verschärfen in vielen Städten die Emissionsvorschriften.

Das Elektroauto wäre sowohl auf den jungen, asiatischen Märkten als auch auf den alten, westlich geprägten Märkten ideal geeignet, um das Wachstum mitgehen bzw. neues Wachstum schaffen zu können. Als guter Vergleich bietet sich der Markt für Elektrofahrräder an: In China stiegen die Verkaufszahlen von E-Bikes von 40.000 im Jahr 1998 auf knapp 20 Millionen im Vorjahr.

Der Batteriemarkt: Die weltweite Nachfrage nach leistungsstarken Batterien für Elektroautos eröffnet einen Markt, der vom potenziellen Volumen her das Handygeschäft um ein Vielfaches übertrifft. Am Kuchen mitnaschen möchten nicht nur die Autohersteller, sondern auch die Elektronikindustrie. Dass Weltkonzerne wie Sony, Panasonic, NEC, Sanyo, Bosch und Samsung Milliarden in die Entwicklung von Batterien investieren, ist ein eindrucksvolles Indiz für den Wandel, in dem sich die Autobranche befindet.

Wie vernetzt Auto- und Elektronikindustrie mittlerweile sind, zeigt der chinesische BYD-Konzern. BYD gehört zu den führenden Herstellern von Lithium-Ionen-Batterien und stieg 1995 auch ins Autogeschäft ein. BYD kooperiert bereits mit VW, auf dem kürzlich zu Ende gegangenen Genfer Autosalon gab BYD eine weitere Partnerschaft mit Daimler bekannt. BYD-Chef Wang Chuanfu ist reichster Chinese und hat ein ehrgeiziges Ziel. „2025 heißt der weltgrößte Autohersteller BYD“, so Chuanfu. Größenwahn wird Cuanfu nicht nachgesagt – im Gegenteil, die Konkurrenz nimmt seine Ansage sehr ernst. Die drei Buchstaben stehen bezeichnenderweise für Build your Dreams. Der US-Investor Warren Buffett ist Großaktionär von BYD.

Dass die Batterietechnologie angesichts der Vernetzung und der geballten Entwicklungskraft von Auto- und Elektronikindustrie rasend schnell voranschreiten wird, bezweifelt heute niemand mehr.

Der Wettbewerbsvorteil: Seit der Erfindung des Automobils durch Gottlieb Wilhelm Daimler und Carl Friedrich Benz gab es zwar viele Evolutionen, aber keine Revolutionen. Das Automobil fährt noch immer mit Verbrennungsmotor und stößt beim Betrieb bis heute Luftschadstoffe wie Stickoxide (NOX), Rußpartikel, Kohlenwasserstoffe (HC) oder Kohlenmonoxid (CO) aus. Zudem entsteht bei der Verbrennung von Benzin oder Diesel der Klimaschadstoff CO2. Dazu kommt der Lärm, der ebenfalls als gesundheitsschädlich gilt.

Das Elektroauto ist deshalb eine Revolution, weil beim Fahren selbst keine Emissionen mehr anfallen. Erzeugen Autos keinen Gestank mehr, keine Luftschadstoffe und fast keinen Lärm, dann ist der Zugewinn an Lebensqualität so exorbitant, dass sich für Ballungszentren völlig neue Perspektiven eröffnen. Das Auto wäre in vielen Bereichen plötzlich nicht mehr „böse“, weil es schlichtweg keinen mehr stört.

Da diesen gigantischen Wettbewerbsvorteil auch der beste Verbrennungsmotor nicht egalisieren kann, hat das Elektroauto eine Jahrhundertchance, die es auch nutzen wird.

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Es gibt noch weitere Aspekte · von rips (57) · 19.03.2010 22:45 Uhr

* Kein Abgas-Dreck in der Luft und in der Straßenumgebung
* Kaum Fahrgeräusche bei innerstädtischen Fahrtgeschwindigkeiten
* Elektrische Antriebssysteme lassen sich viel exakter steuern und regeln, reagieren vor allem weit nicht so träge wie Diesel auf Laständerungen (Stichwort: Motorbremse im Winter bei Glatteis)

Technologisch gibt es auch für täglich genutzte Fahrzeuge einen interessanten Aspekt bzgl. Heizung: die Zebra-Batterie (enthält Kochsalz und Nickel) gibt im Betrieb ausreichend Wärme für eine Heizung ab. Sie muß nur nach 24h Nichtnutzung mit 30-60W auf Betriebstemperatur gehalten werden.

Und für alle, die Spaß beim Fahren haben wollen, gibt es auch noch einige nette Vorteile:
* Hoher Drehmoment von 0 Umdrehungen weg
* Kein Getriebe notwendig, dh. die Beschleunigung ist bis zur Vmax spürbar
* Bei Radnabenmotoren bestmögliche Traktionskontrolle
* Allradantrieb ohne gravierenden Gewichtszuwachs mit Nabenmotoren möglich

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Gar nicht umweltfreundlich ! · von flikflak1 (805) · 17.03.2010 10:12 Uhr

Schon die Produktion der Akkus ist eine giftige Angelegenheit.
Für eine Massenproduktion würde das Lithium knapp.
Die Stromerzeugung erfolgt teilweise kalorisch und atomar.
Die Emissionen fallen halt anderswo an.
Und am Ende zahlt der Kunde wirklich 500 Euro Leasing für ein besseres Mopedautospuckerl ? Das ist doch Nonsens !

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Aber umweltfreundlicher als Benzin/Diesel! · von ZeroEmission (4) · 18.03.2010 11:17 Uhr

@ flikflak1:
Die Faktenlage sieht anders aus:
* Li-Ion für die Verwendung im Autobereich enthalten keine giftigen Schwermetalle. Die Akkus lassen sich auch sehr gut recyceln.
* Es sind genügend Lithium Vorräte vorhanden für Milliarden Batterien (20kWh). Zudem wird das Lithiumcarbonat aus dem Recycling wiederverwendbar.
* Stromerzeugung aus CO2-freien Quellen nimmt zu und kann mit den Auto-Akkus auch gut in das Stromnetz integriert werden.
Die Option hat man bei benzin/Diesel nicht.
* Durch den sehr guten Wirkungsgrad von Batterie und Elektromotor fallen insgesamt weniger Schadstoffe an und zwar bei den Kraftwerken mit besseren Filteranlagen als in jedem PkW (Rußfilter, Katalysator)und mit höherem Wirkungsgrad.
* Das elektrische Energie viel billiger als Benzin/Diesel für die gleiche Fahrtstrecke sind, ist der Unterhalt des EV günstiger. Wenn am Ende das EV nicht viel mehr kostet als ein Auto mit Verbrennungsmotor, dann nehme ich doch das EV - oder ?

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Artikel 17. März 2010 - 00:04 Uhr
Von Thomas Grumböck
Bild vergrößern Mit Vollgas ins elektrische Zeitalter

Elektroauto Mitsubishi i-MiEV: Ab Herbst im Leasing um rund 500 Euro pro Monat erhältlich.  Bild: oön

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