In Reifnitz am Wörthersee herrschte vergangenes Wochenende wieder Ausnahmezustand. Schuld daran war nicht das Adria-Tief mit seinen sintflutartigen Regenfällen, sondern die GTI-Fans aus ganz Europa, die sich im beschaulichen Ort ein Stelldichein gaben. Party bis zum Abwinken – von Mittwoch bis Sonntag.
Obwohl das GTI-Treffen in der Öffentlichkeit noch immer nicht den besten Ruf genießt, läuft es mittlerweile doch deutlich gesitteter ab als früher. Verantwortlich dafür ist vor allem der Volkswagen-Konzern, der sich seit fünf Jahren wieder werksseitig engagiert und heuer mit den Marken Audi, Seat, Skoda, VW und VW Nutzfahrzeuge in Reifnitz vertreten war. Die Initiative dazu kam von VW-Aufsichtsratchef Ferdinand Piëch, der den treuen GTI-Kundenkreis nicht länger links liegen lassen wollte und im Konzern anregte, mehr Präsenz zu zeigen – materiell wie personell.
Der Ruf von Piëch wurde in Wolfsburg nicht überhört. Heuer pilgerte Konzernchef Martin Winterkorn genauso nach Reifnitz wie Audi-Chef Rupert Stadler, Skoda-Chef Reinhard Jung, Seat-Boss James Muir und Nutzfahrzeug-Markenchef Wolfgang Schreiber.
A1: Österreich-Premiere
Auch Porsche Austria schickte eine hochkarätige Abordnung nach Reifnitz. Unter anderem mit dabei waren die beiden Geschäftsführer Wolf-Dieter Hellmaier und Kurt Loidl sowie die Markenleiter Max Egger (Skoda), Richard Mieling (Audi), Johann Wimmer (VW Nutzfahrzeuge) sowie Wolfgang Wurm (Seat).
Die GTI-Fans überraschte der VW-Konzern nicht nur mit einem Konzert von Alt-Rocker Peter Maffay, sondern auch mit einer ganzen Reihe an ungewöhnlichen Kreationen. VW zeigte die Studien Golf GTI adidas und GTI Excessive sowie den neuen Pickup Amarok. Bei Audi standen die Österreich-Premieren des neuen A1 sowie des limitierten Supersportlers R8 GT im Mittelpunkt. Blickfang war ein in österreichischen Polizei-Farben lackierter A1, der die freche Aufschrift „Pickerljäger“ trug.
Seat zeigte einen Leon Cupra R in mattgrauer Lackierung sowie einen neuen Ibiza ST mit dem schwarzen „Bocanegra“-Gesicht. Skoda wartete mit zwei veredelten RS-Versionen von Fabia und Octavia auf und präsentierte unter anderem das Super-2000-Rallyeauto von Raimund Baumschlager.
Dass sich der Aufwand für VW lohnt, gilt als sicher. Es gibt weltweit wohl keine andere Veranstaltung, wo ein Autokonzern auf so engem Raum so viele seiner treuesten Kunden erreichen kann. Und wer heute bereit ist, zehntausende Euro in einen alten GTI zu investieren, wird das morgen beim Neuwagenkauf ebenfalls tun.
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