Es gibt wenig Branchen, in denen der Konkurrenzkampf so hart ist wie im Autohandel. Dass man unter diesen Bedingungen seit mittlerweile 40 Jahren mehr als 20 Händler an einen Tisch bringt, um eine Autoschau zu organisieren, ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. So weit die Theorie.
In Oberösterreich sieht die Praxis anders aus. Hier gibt es den Linzer Autofrühling. Und diese Großveranstaltung feiert von morgen, Freitag, bis übermorgen, Sonntag, ihren 40. Geburtstag.
Wesentlichen Anteil am großen Erfolg des Autofrühlings hat Paul Zeilinger, der die Schau 1971 gemeinsam mit den OÖN aus der Taufe gehoben hat. Als Präsident des Ausstellungsvereins schafft es der Kommerzialrat immer wieder, die unterschiedlichen Interessen von Händlern und Herstellern auf einen Nenner zu bringen. „Diplomatie lautet das Erfolgsgeheimnis“, sagt Zeilinger. Vermutlich besitzt Zeilinger auch deswegen als Zweitwagen einen Opel Diplomat.
Bei der Marke mit Blitz im Logo begann auch Zeilingers berufliche Laufbahn. 1954 fing der gebürtige Pettenbacher bei Opel Günther im Kundendienst an und stieg erst zum Kundendienst-Chef, dann zum Verkaufsleiter und schließlich zum Geschäftsführer auf. In den 45 Jahren, in denen Zeilinger bei Günther arbeitete, wechselten 45.000 Neuwagen den Besitzer – „vorsichtig geschätzt“, wie Zeilinger im OÖN-Gespräch betont.
Zeilinger lebt heute in Ebelsberg. Von dort ist es nicht weit zu den Linzer Autohändlern, die der rüstige Rentner im Wochenrhythmus abklappert, um die neuesten Techniktrends zu diskutieren und zu prüfen, wie der Autofrühling davon profitieren könnte.
Der 77-Jährige beschreibt sich selbst als Autonarr, der nicht nur Benzin im Blut hat, sondern sogar Super Plus. Dass Zeilinger jedes Jahr viel Zeit im Auto verbringt, ist keine Überraschung. Manchmal schläft Zeilinger sogar im Auto. Auch das ist keine Überraschung – als echter Benzinbruder besitzt Zeilinger klarerweise ein Wohnmobil. Auch Gattin Waltraud ist eine begeisterte Camperin.
Am Montag nach dem Autofrühling wird Zeilinger den Händlern noch helfen, ihre Stände abzubauen und das Design Center zu räumen. Am Dienstag beginnt er dann mit den Vorbereitungen für den Autofrühling 2011 – den insgesamt 41. in der Geschichte. Zeilingers Enkelsohn besucht übrigens in Steyr die Maschinenbau-HTL. Die Chancen stehen also gut, dass ein Zeilinger auch den 80. Autofrühling eröffnen wird.
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