Dass Winter ist, merkt man als Autofahrer spätestens dann, wenn der Verkehrsfunk schon in aller Herrgottsfrüh das Schneechaos ausruft. Dann gibt’s Ärger allerorts. Das eine Viertel fährt zu langsam, das andere zu schnell, das dritte kann gar nicht fahren und das vierte Viertel, die Lkw, das liegt im Graben oder steht quer.
Nein, diesmal taten wir uns das nicht an. „Nerven sparen – Bahn fahren“, lautete die Devise. Und tatsächlich: Der Zug war warm, der Schaffner freundlich, das Chaos zog durch die Seitenscheibe vorbei. Nicht eine Minute Verspätung, auch nicht bei der Heimfahrt, es war wunderbar. Sogar diese Zeilen sind in der Bundesbahn entstanden.
Ein kleines Problem gab’s dennoch. Beim Stapfen zum und vom Bahnhof wurden die Füße erst kalt und dann nass. Durchgehend geräumt war nämlich nur die Straße, nicht der Gehsteig.
Am nächsten Tag besserte sich das Wetter, und für die Fahrt ins Büro durfte wieder das Auto herhalten. Und siehe da: Die Straße war wieder geräumt, während die meisten Fußgeher weiterhin im Matsch herumstapfen mussten. Komisch eigentlich, dass man im Verkehrsfunk nichts über den Zustand der Gehwege hört. Aber wahrscheinlich ginge das gar nicht. Es wären so viele Meldungen, dass keine Zeit mehr bliebe, um Musik zu spielen.
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