
Was Mathias Ahrberg wollte, gab es nicht. Also macht er es nun mit Freunden selbst: Klassische Hemden, Polos und T-Shirts, die nicht nach fünf Mal waschen zernudelt aussehen, in denen kein Gift steckt und für die nicht Unmengen an Wasser verschwendet wurden. Toodot heißt das Label, das Ahrberg (25) mit Wiebke Hövelmeyer (28) und Simon Strotmann (26) im Jänner gegründet hat. Kurze Zeit später – es ist gerade Fashion Week in Berlin – zieht Ahrberg eine erste Bilanz: Es laufe sehr gut, sagt er.
Das Trio hat eine Marktlücke gefunden. Man sieht das klare Design, man sieht nicht, dass die Sachen „öko“ sind: Mit Jutehemden und Hanfhosen hat die Kollektion nichts zu tun. Die drei Hamburger verknüpfen ihre Vorstellung von Style mit ethisch korrekter Produktion. Sie sind nicht die Einzigen. Immer mehr junge Designer finden das mittlerweile selbstverständlich. Oft hängen ihre Kleider dabei neben konventionell hergestellten in den Läden.
Edel und schick sehen die Stücke von Jessica Reyes Rodriguez aus, präzise gearbeitet und genau durchdacht. Sie beschäftige sich viel mit Fasern und damit, wie sich Stoffe im Winter und Sommer anfühlen, sagt die 32-Jährige aus Niedersachsen und zeigt auf weich fallende, grau-blaue Kapuzenminikleider ihres Labels Queen and Princess.
Wo und wie wird genäht?
Wie Ahrberg von Toodot kann auch Reyes Rodriguez genau erklären, welches Material in einem Kleidungsstück steckt, wo die Fasern angebaut wurden, unter welchen Bedingungen sie gewachsen sind, wer sie zu welchem Preis geerntet hat, wie sie nach Deutschland kamen und in welchem Betrieb und zu welchem Preis genäht wurden.
Reyes Rodriguez bezieht ihre Biobaumwolle von einem türkischen Kleinbauernverbund, der mit umweltfreundlicher Tröpfchenbewässerung arbeitet. Nähen lässt sie in einem Betrieb ihrer Region. Das ist deutlich teurer als in Tschechien, von China oder Vietnam ganz zu schweigen. „Ich will die Welt verbessern, und das stylisch!“, sagt die Designerin.
Ihr Engagement lassen sich die Modeschöpfer zertifizieren, zum Beispiel mit dem GOTS-Siegel „Global-Organic-Textile-Standard“ oder dem Fairtrade-Siegel.
Über Schadstoffe, Arbeitsschutz und Löhne lasse man sich, so Ahrberg, von den Kunden selbstverständlich „Löcher in den Bauch fragen“. Und wenn es sein soll, gibt Ahrberg auch Auskunft über seinen eigenen Kleiderkasten: Der sei voll mit Secondhand-Sachen und ethisch korrekt produzierten Stücken. „In den letzten vier Jahren ist mein Schrank grün geworden.“
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