Vorsicht: Nicht jedes auserwählte Fleckchen Erde ist für den Haus-Traum wirklich geschaffen. Auch bei der Grundstücksuche gilt: Drum prüfe, wer sich bindet. Ein paar Fragen, wie Sie den richtigen finden können. Zumindest fürs Eigenheim.
Ob und wie auf einem Grundstück überhaupt gebaut werden darf, verrät ein Blick in den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan. Er liegt auf den Gemeindeämtern zur Einsichtnahme auf.
Doch selbst wenn dem künftigen Heim keine behördlichen Einwände im Weg stehen, gibt es eine Reihe anderer mehr oder weniger großer Stolpersteine.
So schön der Blick über jungfräulich unberührte Hügel ist – kein Haus weit und breit, nur das Zwitschern der Vöglein und das Rauschen des Windes in den Baumkronen.
Spätestens, wenn die Kinder zur Schule gebracht werden müssen, die letzten Besorgungen eingeholt werden sollen, offenbart die Idylle ihre Schattenseiten.
Die Infrastruktur, nicht nur im weiteren, sondern auch im engeren Sinn, spielt eine wesentliche Rolle beim Hausbau: Wie ist das Grundstück erschlossen bzw. wo befindet sich die Aufschließungsstraße, jene Straße also, über den Kanal-, Strom- und Wasseranschluss erfolgen?
Nach welcher Himmelsrichtung ist die Längsachse des Grundstücks ausgerichtet? Eher Nord-Süd oder Ost-West? Die Ausrichtung bestimmt über Sonnen- und Schattenseiten des künftigen Heims. Befindet sich das Grundstück an einem windgeschützten, sonnigen Ort, oder aber an einer Bergkuppe oder dem Waldrand, wo vermutlich Stürme über das Dach hinwegfegen werden? Wesentliche Aspekte, was den Energieverbrauch angeht: Flattert die erste Heizrechnung ins Haus, kann sich eine ungeschützte Lage bitter rächen.
Liegt das Grundstück z.B. in der Einflugschneise eines Flughafens, kann die zuständige Genehmigungsbehörde eventuell erhöhte Schallschutzmaßnahmen bei Außenwänden und Dach einfordern, was die Baukosten in ungeahnte Höhe schnellen lässt.
Endlich ist er da, der heißersehnte Moment des ersten Spatenstichs. Nicht selten verbirgt Mutter Erde Ungeahntes in ihrem Inneren: Von Geröllschichten, über Wasseradern bis hin zu alten Mauerresten – die Palette an unliebsamen Überraschungen ist breit. Vom Aufbau der Bodenschichten hängt ab, ob und gegen welche Schwierigkeiten Sie bei den Fundamentierungsarbeiten zu kämpfen haben.
Tipp: In Wien besteht die Möglichkeit, bei der MA 29 in den Baugrundkataster Einsicht zu nehmen. Er enthält diverse bodenphysikalische Untersuchungen sowie Analysen der Grundwassermechanismen.
Ist der Grundwasserspiegel ohnehin schon hoch, muss möglichen Überschwemmungen vorgebeugt werden, wenn er bei heftigen Regengüssen noch weiter steigt. Das Grundstück muss entweder aufgeschüttet oder das Untergeschoss zu einer wasserdichten Betonwanne ausgebildet werden. Und schon wieder ist ein hübsches Sümmchen an Kosten hinzugekommen.
Tipp: Genauere Informationen über den Grundwasserstand erteilt auch die Wasserrechtsbehörde in Wien, MA 45.
Dort, wo schon bald das Heim stehen soll, ragt eine jahrhundertealte Eiche gen Himmel? Auch den Baumbestand auf dem Grundstück gilt es zu berücksichtigen. Ob ein behördlicher Schutz von Bäumen oder Hecken gegeben ist, lässt sich bei der Baugenehmigungsbehörde in Erfahrung bringen. Bäume, die geschützt sind, dürfen nach Erstellung eines Gutachtens durch Ersatzpflanzungen ausgetauscht werden.
Vorsicht: Wird ein geschützter Baum ersatzlos entfernt, ist ein finanzieller Ausgleich zu leisten. Für Bäume, die mit einer Plakette als unter Naturschutz stehend gekennzeichnet sind, gelten strengere Bestimmungen. Obstbäume fallen hingegen nicht unter die Baumschutzordnung.
Vielleicht helfen Ihnen diese Fragen ein wenig bei Ihrer Suche nach einem guten Grund. Doch, keine Sorge, auch hier gilt: Wer suchet, der findet. Ganz gewiss.