Der Wunsch, ein an sich völlig gesundes Körperteil zu amputieren, ist so groß, dass Betroffene sogar Selbstverstümmelungs-versuche durchführen, um etwa das unliebsame Bein „loszuwerden“. Was es mit der als Körper-Integritäts-Identitäts-Störung (Body Integrity Identity Disorder) bezeichneten Krankheit auf sich hat, erklärt DDr. Hans-Peter Kapfhammer von der Medizinischen Universität Graz.Zwei Arme und zwei Beine zu haben, die auch noch funktionieren, ist für viele Menschen nicht nur selbstverständlich, sondern auch beinahe unverzichtbar zur Bewältigung des Alltags. Allein der Gedanke, etwa durch einen Unfall eine Gliedmaße zu verlieren, würde bei vielen große Angst und Entsetzen auslösen. Bei manchen Menschen jedoch ist es genau umgekehrt: Sie erhoffen sich nichts sehnlicher, als eine Hand oder ein Bein zu verlieren. Was hinter diesem für Außenstehende bizarr anmutendem Wunsch steckt, erklärt Universitätsprofessor DDr. Hans-Peter Kapfhammer, Vorstand der Universitätsklinik für Psychiatrie der Karl-Franzens-Universität in Graz: „Hinter der sogenannten Körper-Integritäts-Identitäts-Störung oder Body Integrity Identity Disorder steckt der lang anhaltende, intensive Wunsch bei den betroffenen Menschen, durch die Amputation eines gesunden Körperglieds zu einem vollständigeren Körperselbst zu gelangen.“ Betroffene wünschen sich zutiefst, einen oder mehrere Körperteile zu „verlieren“. Die Amputation würde für sie nicht nur eine ungemeine Erleichterung bedeuten, sondern ihnen auch zu ihrer wahren körperlichen Identität verhelfen, die sie ohne die jeweilige Gliedmaße – zumeist handelt es sich um ein Bein – definieren. Sie würden glücklicher und zufriedener sein, wenn das betroffene Körperglied nicht mehr vorhanden sein würde. Deshalb beneiden Betroffene in gewisser Weise auch Menschen, die amputiert sind.
|
40 Jahre Leiden unter dem Wunsch, gehbehindert zu sein. Immer ein Doppelleben führen, niemandem Bescheid sagen können, heimlich pretenden... |
|
40 Jahre Leiden unter dem Wunsch, gehbehindert zu sein. Immer ein Doppelleben führen, niemandem Bescheid sagen können, heimlich pretenden... |
|
Als Betroffener kann ich mich fast zu 100% in diesem Artikel wiederfinden. Seit Jahrzehnten kämpfe ich mit dieser Störung. Das Doppelleben hat mich bereits in tiefe Depressionen gestürzt und wurde wegen Burnout wochenlang behandelt. Hätte ich nicht ein so verständnisvolles Umfeld, das ich über mein Problem informiert hatte, wäre ich vermutlich schon nicht mehr am Leben. Mir bliebe nur ein Suizid, weil der Druck im Alltag wie ständige heftige Kopfschmerzen wirkt. Es nützt mir kaum etwas, wenn in der Forschung nichts vorangeht und jeder nur vertröstet. Könnte die Pharmazie an uns BIID´ler etwas verdienen, dann gäbe es sicher auch Forschungsgelder. |
|
... obwohl ich es nie als Krankheit angesehen habe bin ich von BIID geheilt. Schon als Kind gab es bei mir den Wunsch keine linke Hand zu haben. Diese Vorstellung wurde immer grösser und hat mein Leben so gestaltet das ich keine normale Bezeiehung führen konnte. Zu meinem 25.Geburtstag habe ich beschlossen dem eine Ende zu setzen und ein halbes Jahr später war die Amputation. Seitdem ist mein Leben perfekt, ich habe einen Freund und kann ohne an das zu denken leben. Und das nur weil mir eine Hand fehlt |
Pfarrer Rubatscher: „Man muss wart’n können und Schutzengel hab’n“
Scherer: „Gott sei Dank gibt es noch enorm viele Probleme“
Jukic verpasste Bronze hauchdünn, aber der Weg Richtung London stimmt
Ehezwist um Eurobonds: Worum es zwischen Kanzler und Vizekanzler geht