Hitzeschäden: Kollaps, Hitzschlag & Co.
„Neben der größeren Gefahr des Austrocknens haben Kinder alle Probleme wie Erwachsene“, so der Mediziner. Mögliche Folgen von zu großer Hitze für den Organismus können so genannte Hitzeschäden beziehungsweise Hitzeerkrankungen sein. Darunter fallen Sonnenstich, Hitzeerschöpfung, Hitzekollaps, Hitzeschlag und Hitzekrampf. Ursachen sind meist eine zu starke direkte Sonneneinstrahlung oder körperliche Überanstrengung bei zu geringer Flüssigkeitszufuhr. „Achten Sie auf Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Schläfrigkeit beim Kind. Sie können auf einen Sonnenstich deuten“, so der Chefarzt des ÖRK.
Die Hitzeerschöpfung hingegen zeigt sich durch Kopfschmerzen, kalten Schweiß. niedrigen Blutdruck oder schnellen Puls. Ein Hitzekollaps ruft Beschwerden wie Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen hervor. Plötzliche Verkrampfungen und Muskelzuckungen hingegen deuten auf einen Hitzekrampf. Die schwerste Form der Hitzeerkrankungen ist der Hitzschlag, bei dem die Körpertemperatur über 40 Grad Celsius ansteigen kann. Mögliche Symptome sind Desorientierung, Kopfschmerzen und Übelkeit, schneller Puls und eine heiße, trockene Haut.
In allen Fällen gilt: Viel trinken! Am besten eignen sich Wasser oder stark verdünnte Fruchtsäfte. Deuten alle Symptome auf eine Hitzerkrankung wie einen Sonnenstich hin, sollte man die kleinen Patienten mit leicht erhöhtem Oberkörper lagern und mit feuchten Umschlägen den Kopf kühlen. Wenn innerhalb von zehn Minuten keine Besserung eintritt, einen Arzt verständigen.
Praktische Tipps gegen die Hitze
Befolgt man folgende Ratschläge, lässt sich die sommerliche Hitze für Kinder besser ertragen: Nachts und am frühen Morgen die Wohnung beziehungsweise das Kinderzimmer gut durchlüften. Tagsüber die Räume verdunkeln. Bei Säuglingen und Kleinkindern die Temperatur regelmäßig prüfen. Abkühlung verschaffen feuchte Tücher. Kinder stündlich zum Trinken animieren. Beim Spielen im Freien einen schattigen Platz aufsuchen. Vor der Sonne durch entsprechende Sonnenschutzprodukte, Sonnenhut und Sonnenbrille schützen.
Vorsicht im Auto
Besondere Gefahr besteht bei sommerlicher Hitze im Auto. Scheint die Sonne ununterbrochen durch die Scheiben, kann die Temperatur im Auto rasch bis über 50 Grad Celsius erreichen. Besonders wichtig ist es deshalb, die Kinder niemals unbeaufsichtigt im Auto zu lassen – auch nicht für kurze Zeit! Um die Autofahrt bei sommerlicher Hitze angenehmer zu gestalten, empfehlen Autofahrerclubs wie ÖAMTC oder ARBÖ folgende Maßnahmen: Genügend Getränke mitnehmen! Den Kindern leichte Kleidung wie beispielsweise aus Baumwolle anziehen. Gegen direkte Sonneneinstrahlung durch die Seitenfenster schützen Abschattungen, die man mit Saugknöpfen befestigt. Beim Parken ein helles Tuch über den Kindersitz legen. Denn die dunklen Kunststoffbezüge können bei direkter Sonneneinstrahlung bis zu 70 Grad heiß werden!
Das Wichtigste für Schreiber ist: „Lassen Sie den gesunden Menschenverstand walten!“
MMag. Birgit Koxeder
Juli 2010
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