Die Beantwortung der Frage, ob eine tatsächliche „Schlafstörung“ oder nur ein sich vom Erwachsenenalter unterscheidendes altersgemäßes Schlafmuster vorliegt, erfordere eine exakte Erhebung des Schlafverhaltens, sagt Kerbl, der auch Leiter der Abteilung für Kinder und Jugendliche am Landeskrankenhaus Leoben ist, wo kürzlich ein neues Kinder-Schlaflabor eingerichtet wurde.
Die meisten Schlafprobleme bei Kindern seien nicht organisch bedingt und „vorübergehende“ Probleme. Hier spiele die Einhaltung der „Schlafhygiene“ (konstante Zubettgeh-Zeiten, Tagesabschluss-Rituale, kein Fernsehen direkt vor dem Schlafengehen, Raumtemperatur von etwa 18 Grad) eine wichtige Rolle. „Bei den meisten nicht organischen kindlichen Schlafstörungen kann bei entsprechender Therapie in relativ kurzer Zeit ein zufriedenstellendes Behandlungsergebnis erreicht werden.“
Schnarchen, Krampfanfälle
Eine Schlaflaboruntersuchung sei vor allem zu empfehlen, wenn ein Verdacht auf eine organische Schlafstörung bestehe. Diese könne die Lebensqualität des Kindes massiv beeinträchtigen, vor allem aber zahlreiche Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Gründe für eine entsprechende Untersuchung seien zum Beispiel: ausgeprägtes Schnarchen mit Verdacht auf Behinderung im Bereich der Atemwege, der Verdacht auf Krampfanfälle in der Nacht oder abnorme Extremitätenbewegungen.
Die Untersuchung im Schlaflabor geht mit einem stationären Aufenthalt von einer Nacht – mit Begleitperson – einher. Sie ist auch völlig schmerzlos. „Es ist allerdings etwas Geduld erforderlich, bis alle Sensoren angebracht sind“, sagen die Ärzte.
Üblicherweise werden folgende Untersuchungen durchgeführt:
• Hirnstrommessung (EEG – Elektroenzephalografie) – zur Bestimmung von Schlafstadium / -tiefe
• Augenbewegungen (EOG – Elektrookulografie) – Erkennung von REM-Schlaf („Traumschlaf“)
• Muskelbewegungen (EMG – Elektromyografie) – Erkennung von Muskelaktivität
• Atembewegungen im Bereich des Brustkorbs (thorakal) und des Bauches (abdominal)
• Luftstrom (Flow) durch die Nase und ausgeatmete CO2-Werte (Kohlendioxid)
• EKG (Elektrokardiografie) und Pulsfrequenz
• Sauerstoffsättigung (SaO2) im Blut.
Während der gesamten Aufzeichnung werden die Kinder zusätzlich mit einer Infrarotkamera überwacht, um Bewegungen und sonstige Auffälligkeiten nachträglich beurteilen zu können.
Info: Auch in der Landesfrauen- und Kinderklinik Linz können derartige Untersuchungen während des Schlafes durchgeführt werden. Folgende Krankenhauser in Oberösterreich verfügen über ein Schlaflabor (meist nur für Erwachsene): KH der Elisabethinen in Linz, Landesnervenklinik Wagner-Jauregg, AKH Linz, LKH Steyr, LKH Vöcklabruck und das Krankenhaus St. Josef in Braunau.
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