Störungen des Hormonsystems, Nierenschäden oder Engstellen der Nierengefäße können Gründe sein. Bei rund 90 Prozent der Patienten sind die Ursachen aber unklar. Hypertonie kann ein Symptom von Übergewicht oder etwa Diabetes ein. Dies muss genau abgeklärt werden. Die „stille Krankheit“ verläuft lange symptomlos und verursacht unspezifische Beschwerden wie Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, Nasenbluten, Abgeschlagenheit und Schlafstörungen. Im fortgeschrittenen Stadium können Luftnot und Angina pectoris Probleme infolge der Schädigung der Herzkranzgefäße dazukommen. „Manchmal macht sich Hypertonie erst durch Folgeschäden und Ereignisse wie Schlaganfall oder Herzinfarkt bemerkbar. Darum heißt der Bluthochdruck auch lautloser Mörder“, sagt Sihorsch. Normalgewicht, regelmäßige Bewegung und gutes Stressmanagement sind Schutzfaktoren.
Man gibt zur Therapie zuerst ein Medikament, kann aber bei nicht ausreichender Wirkung auch kombinieren. Ist die Hypertonie therapieresistent wird im AKH Linz, als einzigem Spital Österreichs, eine neue nicht operative Methode durchgeführt. Sympathische Nerven im Bereich der Nierengefäße, die für den Hochdruck mitverantwortlich sind, werden mit der Hochfrequenzsonde durchtrennt.
Ärger gut verarbeiten
„Wut, Ärger, Panik können den Blutdruck plötzlich in die Höhe treiben. Dauern diese Belastungen an, kann die überhöhte Sympathikusaktivität mit vermehrter Ausschüttung von Stresshormonen und verminderte Parasympathikusaktivität (Ruhenerv) zu dauerhaft erhöhtem Blutdruck führen“, sagt der Psychologe Robert Brandstetter vom Verein für prophylaktische Gesundheitsarbeit (PGA). Hoher beruflicher wie privater Stress und Katastrophen können zu vorübergehendem Bluthochdruck führen. Brandstetter: „Bei Ärger steigt der Druck stärker an als bei Angst. Drum sollte jeder lernen, seine negativen Emotionen zu verarbeiten.“
„Pflanzliche Arzneimittel können bei ausreichend hoher Dosierung einen Beitrag zur Bluthochdruckbehandlung leisten, sie jedoch nicht ersetzen“, sagt die Pharmazeutin Dietburg Wilflingseder aus Linz. Mistel, Weißdorn, der die Durchblutung der Herzkranzgefäße fördert sowie Hopfen, der bei nervös bedingten Blutdruckproblemen hilft, können eingesetzt werden.
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