Welche Möglichkeiten der Betäubung gibt es bei einer Darmspiegelung beziehungsweise mit welchen Nebenwirkungen muss ich im Fall einer Betäubung rechnen? Rudolf K.
Antwort von Primar Christoph Kopf, Leiter der Abteilung für Chirurgie am Landeskrankenhaus Schärding:
„Bei 80 bis 90 Prozent der Darmspiegelungen – sogenannten Koloskopien – wird heute nach Absprache mit dem Patienten beziehungsweise der Patientin ein kurz wirksames Beruhigungsmittel verabreicht. Diese Sedierung sorgt dafür, dass Sie für die Dauer der Untersuchung schlafen.
Derzeit gibt es dafür zwei Medikamente, die sich in der Dauer der Wirkung unterscheiden. Welches bei der Untersuchung zum Einsatz kommt, wird vom behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin von Fall zu Fall entschieden.
Während der Untersuchung erfolgt zudem die Überwachung der Pulsfrequenz und der Sauerstoffsättigung. Nach der Untersuchung werden Sie im Aufwachraum überwacht, bis die Wirkung der Medikamente abgebaut ist. Da Sie danach dennoch nicht fahrtüchtig sind, sollten Sie jemanden haben, der Sie nach Hause bringt.
Mögliche Nebenwirkungen, die bei gesunden Menschen jedoch selten eintreten, sind Aspiration – also das Einatmen von Speichel oder Mageninhalt –, ein Blutdruckabfall, Herzschlagverlangsamung oder Atemstillstand.
Um in so einem Fall rasch handeln zu können, verfügt jede untersuchende Einrichtung über eine geeignete Notfallausrüstung. Sollten Sie an einer Herzerkrankung leiden, ist es ratsam, die Untersuchung nicht ambulant, sondern stationär durchzuführen, da ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen besteht.“
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