Schwimmen und turnen
„Bewegung ist deshalb extrem wichtig, am besten in gerader Haltung“, sagt Tautschnig, die seit 19 Jahren in Bad Ischl eine Therapiegruppe leitet. „Wir sind zehn bis zwölf Leute, gehen schwimmen und turnen und tauschen uns aus. Das hilft sehr, am Anfang dachte ich, ich bin mit dieser Krankheit ganz alleine. Dabei sind ein bis zwei Prozent der Bevölkerung betroffen.“ Der Zivilinvalidenverband (OÖZIV) habe ihr geholfen, mit Anträgen für den Invalidenschein, auch mit Veranstaltungen.
Woher die Krankheit kommt, weiß man nicht. Allerdings kommt Morbus Bechterew in Familien gehäuft vor. „Meine Schwester und meine Nichte haben es auch“, sagt Tautschnig. Neben den typischen Schmerzen werden für die Diagnose auch bildgebende Verfahren wie Röntgen und MRT (Magnetresonanztomografie) verwendet. Auch kann man das HLA-B27 bestimmen lassen: Das ist ein genetischer Marker an der Zell-oberfläche, der bei mehr als 95 Prozent der Bechterew-Patienten festgestellt wird. Ein positiver Befund ist aber nicht gleich eine Bechterew-Diagnose, da HLA-B27 auch bei Menschen ohne diese Erkrankung vorkommt (etwa 5–7 Prozent).
Tautschnigs untere Wirbelsäule ist bereits steif. Einen Rollstuhl brauche sie aber normalerweise keinen, „außer es geht mir schlecht, so wie jetzt gerade. Ich war voriges Jahr Sprunggelenke operieren, und das wächst alles nicht so gut zusammen.“ Die Schmerzen kommen in Schüben und beginnen bei den meisten zwischen 20 und 30 Jahren.
Jammern hört man Morbus-Bechterew-Patienten dennoch selten. „Es ist erwiesen, dass wir positiv denkende Menschen sind, die meist auch nicht früher in Pension gehen“, sagt Tautschnig. Welche Einschränkungen musste sie in ihrem Leben wegen der Krankheit hinnehmen? „Ich habe früh mit dem Skifahren aufgehört. Ein Unfall wäre einfach zu riskant für mich. Und ich kann nicht staubsaugen, deshalb habe ich jetzt einen Roboter, der das erledigt“, sagt Tautschnig.
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