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Hannah, 37, HIV-positiv

Seit fast 20 Jahren lebt Hannah mit HIV – seit 1991, als sie im Alter von 17 Jahren von ihrem Lebensgefährten infiziert wurde. „Mein Freund hat es mir damals nicht gesagt“, sagt die schlanke, blonde Frau.

Die erste große Krise kam erst einige Jahre später, als Hannah Mitte der 1990er Jahre in eine Depression kippte, die letztlich einen Aufenthalt in der Psychiatrie zur Folge hatte. 1999 übersiedelte sie nach Wien und begann dort, die Angebote der Aids-Hilfe zu nutzen und an Selbsthilfegruppen teilzunehmen. „Ich hatte mittlerweile das Bedürfnis, mehr mit HIV-positiven Menschen in Kontakt zu kommen“, sagt sie rückblickend.

In ihrem privaten Umfeld ist sie heute weitgehend geoutet: „Es ist bei mir wirklich so, dass es fast mein ganzer Freundeskreis weiß und ich eine große Akzeptanz erfahren habe.“ Sie habe noch keine Freundschaft dadurch verloren. Ein potenzieller Lebensgefährte habe sich jedoch zurückgezogen. „Auch meiner Schwägerin könnte ich es nicht erzählen. Die würde es in ganz Wien herumerzählen und noch in Serbien in zwei Dörfern.“

Außerdem habe sie Angst, dass diese ihr den Umgang mit den Kindern verbieten würde, obgleich sie die Kleinen niemals einer Gefahr aussetzen würde. Abseits des privaten Umfelds sieht die Situation überhaupt anders aus: „Es gibt sicher noch das soziale Aids.“ Die meisten HIV-positiven Menschen in ihrem Umfeld könnten es niemals am Arbeitsplatz erzählen.

Eine Ausbildung hat Hannah, die vor der Matura die Schule abgebrochen hat, nie gemacht – sie habe nicht gedacht, dass sie überhaupt 30 Jahre alt werde: „Ich habe mir damals gesagt: Ich muss schnell und intensiv leben.“ Nun sei sie 37 und werde vermutlich noch viel älter.

Nach einigen Jahren als Kellnerin bezieht Hannah seit Jahren eine Berufsunfähigkeitspension, die allerdings immer auf zwei Jahre befristet ist. Sie ist mittlerweile psychisch stabil, hat einen strukturierten Tagesablauf, macht Übersetzungen ins Serbokroatische.

Mittlerweile sei die Krankheit in ihrem Leben auch nicht mehr so präsent, meint Hannah. Früher habe sie bei der ersten Verkühlung gedacht, sie werde nie wieder gesund. Grundsätzlich verträgt sie die Kombinationstherapie aber gut – mit Ausnahme des Fettabbaus, mit dem sie seit einem Jahr kämpft: „Mit normalem Essen nehme ich ab.“ Dank Zusatznahrung hat sie sich mittlerweile wieder von 49 auf 52 Kilo nach oben gearbeitet.

„Ich kann jetzt mit 37 Jahren sagen: Mir fällt nichts ein, was mich noch aus der Bahn werfen könnte. Ich habe einfach schon so viel durchgemacht – positiv wie negativ“, zeigt sich Hannah nachdenklich. „Ich würde mir nur wünschen, dass es irgendwann so ist, dass du sagst: Ich bin HIV-positiv, und die Leute reden nicht hinter deinem Rücken.“

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Da gibt es · von Arbeitsbiene (895) · 21.07.2010 16:34 Uhr

unverschuldete Kranke, die von der PV immer abgelehnt werden, und sowas bekommt die Pense. Da soll noch einer das System verstehen.

(0)
Artikel 21. Juli 2010 - 00:04 Uhr
Bild vergrößern Hannah, 37, HIV-positiv

Leben mit Aids ist möglich, aber nicht einfach. Neben körperlichen Beschwerden haben Betroffene mit Diskriminierung zu kämpfen.  Bild: wodicka

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