OÖN: Welcher Stresstyp schadet sich selbst am meisten?
Zadrobilek: Das ist zum einen der Typ, der zum Rückzugsverhalten neigt. Denn er schluckt viel hinunter, was ihn ärgert, er fühlt sich oft als Opfer und hat ein starkes Gefühl der Fremdbestimmtheit. Er neigt zu Magen-Darm-Problemen, Magengeschwür, Infektionskrankheiten, niedrigem Blutdruck und Bronchialasthma. Gefährdet ist aber auch der Einzelkämpfer, weil er dazu neigt, sich zu überfordern. Das schlägt sich auf das Herz und auf den Kreislauf. Er neigt zu Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall.
OÖN: Warum gibt es so viele gestresste Menschen?
Zadrobilek: Zum einen, weil unsere Welt immer schnelllebiger wird und die Menschen in der Arbeit in immer kürzerer Zeit immer mehr leisten müssen. Zum anderen aber auch, weil heute viele Menschen unfähig zur Entspannung sind. Viele glauben, sich mit einem Sackerl Chips vor den Fernseher zu werfen oder Computerspiele zu machen, würde sie entspannen. Außerdem verplanen viele ihre Freizeit völlig, sodass sie nie zur Ruhe kommen können.
OÖN: Wie entspannt man richtig?
Zadrobilek: Indem man sich bewusst Zeit nimmt, um Übungen zur Muskelentspannung zu machen, die Atmung zu kontrollieren, positive Selbstgespräche zu führen und Sportarten auszuüben, die Körper und Geist in Einklang bringen – wie zum Beispiel Yoga oder Qi-Gong. Wichtig ist aber auch, sich für den Alltag ein Zeitmanagement zurechtzulegen, damit man nicht von Verpflichtungen und Terminen überrollt wird. Man sollte außerdem Prioritäten setzen, Nein sagen lernen und seinen Energiehaushalt kontrollieren.
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