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Unverträgliche Nahrung

Lebensmittel-Unverträglichkeiten sind in Industriestaaten wie Österreich im Vormarsch.

Wenn scheinbar gesunde Nahrung krank macht (Blähungen, Kopfschmerzen, Durchfall, Hautausschlag, ...) kann die Ursache dafür eine Lebensmittel-Intoleranz sein.

1. Lactose

Symptome bei Unverträglichkeit gegen Lactose (= Milchzucker): Durchfall, Blähungen, Bauchkrämpfe. Betroffen sind bis zu 30 Prozent der europäischen Bevölkerung (zum Vergleich: nur drei bis fünf Prozent leiden unter klinisch nachgewiesenen Nahrungsmittelallergien). Lactose ist nicht nur in Kuhmilchprodukten wie Käse enthalten, sondern wird auch oft industriell gefertigten Speisen beigefügt. Im Handel gibt’s gekennzeichnete lactosefreie Milch und Molkereierzeugnisse. Die Intoleranz entsteht durch einen Mangel des Enzyms Laktase in der Dünndarmschleimhaut. Mit einem Atemtest lässt sich diese Unverträglichkeit ermitteln.

2. Fructose

Symptome bei Fruchtzucker-Intoleranz: Durchfall, Blähungen, Verstopfung (wird oft mit Reizdarmsyndrom verwechselt). Man unterscheidet angeborene Fructose-Intoleranz (Enzymdefekt) und eine erworbene Fructose-Malabsorption (Stoffwechselstörung). Betroffen sind fünf bis sieben Prozent der Bevölkerung. Bei einer Studie der Uni Graz wird zurzeit ein Enzympräparat (Xylose Isomerase) als Gegenmittel getestet.

3. Gluten

Symptome bei Zöliakie (Unverträglichkeit gegen Gluten oder Klebereiweiß, das in Getreidesorten wie Weizen oder Roggen und daraus erzeugten Produkten wie Nudeln oder Brot enthalten ist): Bauchschmerzen, chronischer Durchfall, Erbrechen, keine Gewichtszunahme. Kann lebensbedrohlich sein. Betroffen ist ein Prozent der Bevölkerung, nur jeder Achte weiß von seiner Unverträglichkeit. Zur genauen Diagnose wird nach einem Bluttest endoskopisch Gewebe aus dem Dünndarm entnommen und untersucht. Einzige Lösungsstrategie: glutenfreie Spezialprodukte (zum Beispiel aus Reis, Mais, Hirse Soja), die es auch im Supermarkt gibt.

4. Histamin

Symptome: Blähungen, Kopfschmerzen, rote Flecken im Gesicht. Mit Histamin angereichert sind vor allem Lebensmittel, die lange reifen, also Käse (Parmesan, Camembert, ...), Prosciutto, Rotwein, Sauerkraut, aber auch Fischprodukte und Meeresfrüchte. Im menschlichen Körper wird Histamin ebenfalls gebildet, spielt bei Abwehrreaktionen eine Rolle. Bei Unverträglichkeit ist neben dem Verzicht auf die genannten Produkte auch eine Ergänzung der Nahrung mit dem betreffenden Enzym möglich.

5. Glutamat

Symptome: Kopfschmerzen, Rötung der Haut, Juckreiz im Hals. Heißt auch „Chinarestaurant-Syndrom“. Der Geschmacksverstärker kommt vor allem in Suppen, asiatischem Essen oder Chips vor und steht im Verdacht, für Fressanfälle verantwortlich zu sein, weil er die Appetitregulation im Zentralnervensystem beeinflusst. Glutamat kommt auch natürlich in einigen Lebensmitteln (Fleisch, Rohschinken, Käse, ...) vor. Wer zu viel mit Glutamat würzt, verliert die Sensibilität für den Eigengeschmack von Nahrung.

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Artikel 04. November 2009 - 00:04 Uhr
Von Dietlind Hebestreit
Bild vergrößern Nudeln

Besonders unangenehm: Gluten-Unverträglichkeit. Grundnahrungsmittel wie Brot und Nudeln enthalten normalerweise dieses "Klebereiweiß".  Bild: colourbox

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