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Schau mal, wer da spricht!

Bevor Babys sprechen können, haben sie schon jede Menge zu sagen. Eltern müssen raten, was ihr Kleines meint. Eine Zeichensprache, die auch in Oberösterreich gelehrt wird, soll diese Verständigungsprobleme aus dem Weg schaffen.

Da schau her, was ich schon kann: Erstes Zeichen bedeutet „mehr“, zweites „Handy“, drittes „Maus“, viertes „Baum“. Bild: ZwergenspracheGmbh

Die Wörter sind im Kopf der kleinen Menschen schon da, bevor der Sprechapparat funktioniert. „Babys können ab dem sechsten Monat nämlich schon viel begreifen, es aber noch nicht artikulieren“, sagt die Linzerin Britta Eder, Expertin in Sachen Baby-Gebärdensprache.

Viel schneller als die Kontrolle des Stimmapparates erlernt das Baby die Koordination seiner Hände. Die Entwicklung der Muskeln von Zunge, Mund und Stimmbändern, die es zum Sprechen benötigt, ist erst zwischen dem 12. und 20. Lebensmonat abgeschlossen. „Durch die Zeichensprache können die ganz Kleinen schon ab sechs bis neun Monaten zeigen, dass sie Hunger oder Durst haben, sich weh getan haben oder nach Hause wollen. Aber zum Beispiel auch der Gusto auf Schokolade kann bereits eindeutig mitgeteilt werden“, sagt Eder, die seit kurzem Baby-Zeichensprachkurse in Linz anbietet.

In England längst Standard

Im englischen Sprachraum würden diese Workshops bereits seit den frühen 1980er-Jahren zum Standard gehören. „Vergleichbar mit dem Babyschwimmen bei uns“, sagt die Linzerin. Die Zwergensprache selbst besteht aus einfachen Gebärden und Zeichen, die in wenigen Stunden erlernt werden können. „Mit den Händen zu sprechen, ist einfach. Nahezu jedes Kind macht von sich aus ,Winke, Winke’ nach, bevor es sprechen lernt“, sagt Eder.

Wie Zeichensprache die kommunikative Lücke zwischen Kind und Eltern überbrückt, erforschen amerikanische Wissenschaftler seit Jahrzehnten. Ergebnis: Gebärden fördern die Sprachentwicklung – weil durch die Gebärden spezielle Bereiche im Hirn aktiviert werden.

Indem Babys selbst aktiv auf Dinge aufmerksam machen können, fordern sie Mama und Papa zum Sprechen heraus. Das wiederum inspiriert die Kleinen offenbar, selbst früher mit dem Sprechen zu beginnen.

Flattern wie ein Vogerl

Die meisten Gebärden sind sehr anschaulich – wie etwa der Affe, der sich unter den Achseln kratzt, oder der Vogel, der mit den Flügeln flattert. „Kinder können diese Zeichen leicht imitieren, weil ihre Motorik – im Gegensatz zur Sprache – schon weiter entwickelt ist. Im Zusammenhang mit Fingerspielen und Liedern merken sich die Kleinen die Gebärden wie im Flug. Durch den spielerischen Ansatz sind die Kleinen auch bei der Sache und haben ihren Spaß“, sagt die Linzerin.

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Artikel Von Barbara Rohrhofer 03. Februar 2009 - 00:04 Uhr
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