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Dolmetscher zwischen Mann und Frau

Unterschiedliche „Sprachen“ sprechen viele Menschen in Partnerbeziehungen und fühlen sich dann nicht geliebt. Paartherapeuten helfen, Missverständnisse auszuräumen.

Mann und Frau

(Symbolfoto) Bild: colourbox.com

Ein Beispiel aus der Praxis des Linzer Paartherapeuten Klaus Sejkora, zeigt, wann Liebe einen Dolmetscher braucht: Der Klient wirft seiner Frau vor: „Du liebst mich nicht mehr, du rufst mich ja nie im Büro an“. Sie kontert: „Wenn ich dich nicht mehr lieben würde, würde ich dann täglich deine Hemden bügeln?“

Da setzt die Arbeit des Paartherapeuten an. „Ich würde den Mann fragen, ob er sehen kann, dass Hemdenbügeln eine Liebesbotschaft ist. Ich würde sie fragen, ob ihr klar ist, dass seine Sehnsucht nach einem Anruf keine Forderung ist, sondern die Sehnsucht nach einem Liebesbeweis“, sagt Sejkora und fügt hinzu: „Es geht jetzt nicht darum, dem anderen die Liebesbotschaft zu schicken, die er braucht. So funktioniert Liebe nicht“.

Es geht vielmehr darum, die Botschaft des anderen zu verstehen. Wenn sie sein Hemd bügelt, stellt sie sich seinen Körper vor, wie er das Hemd anzieht und wie sie ihn danach in die Arme nimmt. In dem er ihre ,Sprache‘ versteht, lernt er, ihre Wünsche zu erahnen und versteht, warum sie ihm immer wieder Hemden statt Rollkragenpullover kauft.

Sejkora zählt die sieben größten Missverständnisse auf, die es zwischen Mann und Frau geben kann:

1 Wir beide sprechen die gleiche „Sprache“. Das, was wir sagen und nonverbal ausdrücken, ist das, was der andere versteht.

2 Wir lieben uns ja so sehr, daher haben wir die beste Kommunikation und reden nicht aneinander vorbei.

3 So wie es in der romantischen Verliebtheit war, so bleibt es. Wir müssen uns daher immer bestens verstehen.

4 Wir lachen über dieselben Sachen, haben die gleichen Lebensziele, wie ein Häuschen im Grünen und zwei Kinder. Also was soll da dann schon schiefgehen?

5 Die Art und Weise, wie ich geliebt werden möchte, ist die normale. Wenn ich mit einem Kuss geweckt werden will oder fünf Anrufe täglich brauche, ist das das, was jeder Mensch braucht.

6 So wie ich geliebt werden möchte, so liebe ich den anderen. Also rufe ich täglich mehrmals an. Oder weil ich täglich Sex brauche, wird der andere das auch als Liebeszeichen verstehen.

7 Zuletzt noch ein fundamentales Missverständnis: Wenn mir der andere nicht so seine Liebe zeigt, wie ich sie ihm zeige, heißt das, der andere liebt mich nicht.

„Das Fazit aus alldem ist, beide sind unglücklich und fühlen sich ungeliebt“, sagt Psychologe Sejkora: „Und dann suchen sie Hilfe bei einem Therapeuten“. Häufig wollen die Menschen den Partner zurück, in den sie sich verliebt haben. Nach der Devise: Warum bist du nicht mehr das liebenswerte, junge Mädchen von damals. „Die Antwort ist ganz einfach“, sagt der Experte, „sie ist jetzt 45 und hat zwei Kinder.“

 

Beziehungsfallen

Der Vortrag „Frauen fühlen anders, Männer auch“ findet am Montag, den 28. Jänner, im Linzer Rathaus im Rahmen der Vortragsreihe der VHS mit dem Titel „Beziehungsfallen 2013 statt.

Die Referentin Barbara Schweder ist Antropologin und seit 2009 Assistentin für forensische Neuropsychiatrie am Neurologischen Psychiatrischen Zentrum Bevedere in Wien. Sie ist zudem Autorin der Bücher „Mimosen in Hosen“ 2004, „Mutterliebe“ 2008 und „Frauen fühlen anders. Männer auch.“ 2012.

Der Inhalt: Männer und Frauen gehen mit Gefühlen unterschiedlich um. Warum das so ist, erklärt Schweder.

Karten: Der Vortrag beginnt um 19 Uhr. Kartenpreis 9 Euro (mit OÖN-Card 7,20 Euro) erhältlich im Wissensturm Linz oder an der Abendkasse.

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Artikel Sabine Novak 23. Januar 2013 - 00:04 Uhr
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