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Bitten, danken, betteln, anvertrauen: „Beten ist meine Nabelschnur zu Gott“

„Als ich ein Kind war, sind wir nicht groß in die Kirche gegangen“, sagt Margit Hauft. Die frühere Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung bekam jedoch religiöse Anstöße von ihrer Großmutter: „Sie hat mir einen handfesten Glauben vermittelt, von einem Gott, der auf mich schaut. Nicht von einem strafenden Buchhaltergott."

Zwiegespräche mit Gott: Es gibt viele Arten zu beten. Bild: colourbox.com

Von ihrer Oma hat sie auch das Beten gelernt. „Beten ist meine Nabelschnur zu Gott“, sagt die 62-jährige Welserin. Um mit Gott in Kontakt zu treten, bemüht sie sich, nicht auf schlimme Momente zu warten, in denen es sie zu beten drängt. So dankt sie Gott auch für kleine Freuden, zum Beispiel wenn ihr Enkel ihr in die offenen Arme läuft. Sie stellt genauso ihre Lieben unter den Schutz Gottes.

Kinder brauchen „echte“ Gebete

„Als meine Kinder klein waren, wollte ich zuerst nur frei mit ihnen beten“, erinnert sich Hauft. Doch die Kleinen haben sie eines Besseren belehrt, nämlich dass sie auch vorgefertigte Texte gerne haben, „ein richtiges Gebet mit Schutzengel“. Heute schätzt die leidenschaftliche Großmutter die große Bandbreite, wie man beten kann: vom Rosenkranz bis zum liturgischen Tanz. Am Abend den Tag Revue passieren zu lassen, gehört zu ihren Gewohnheiten.

Wie Hauft schätzt auch die Theologin Petra Steinmair-Pösel beim Beten die Vielfalt. Vorformulierte Gebete, Texte und Gedichte (zum Beispiel von Silja Walter) begleiten sie durch Lebensphasen. „Das Kontemplative, sich auf Gott auszurichten, wo Worte zurücktreten, wird für mich in den letzten Jahren immer wichtiger“, sagt die Co-Autorin von „Typisch Frau. Wie Frauen leben und glauben“. „Es geht darum, Gottes Gegenwart zu erfahren: Einfach da sein dürfen, wie ich gerade bin – ohne etwas leisten zu müssen. Da braucht es die vielen Worte nicht“, so die 36-jährige Vorarlbergerin.

Persönliche Gebete spielen auch für die ehrenamtliche Vorsitzende der Katholischen Jugend OÖ, Stefanie Hinterleitner, eine wichtige Rolle. „Ich bin oft im Zwiegespräch mit Gott, halte so meine Beziehung zu ihm aufrecht. Tagesreflexionen am Abend gehören für mich dazu“, sagt die 21-jährige Helfenbergerin.

Beim Diözesantag der Katholischen Frauenbewegung in Oberösterreich „Mutter Kirche und ihre Töchter“ referieren am Samstag Hauft, Steinmair-Pösel und Hinterleitner. 9 bis 13 Uhr, Stadthalle Wels.

 

Anleitung zum Fünf-Finger-Gebet

Anleitung zu Gesprächen mit Gott: Wie die fünf Finger einer Hand als Gedankenstütze für ein abendliches Gebet hilfreich sein können, erklärt Margit Hauft, die frühere Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung.

K wie kleiner Finger
Wie stand es heute um meine Körperlichkeit und um meine Gesundheit?

R wie Ringfinger
Was hat mich heute reich gemacht? Dabei sind nicht die Finanzen gemeint.

M wie Mittelfinger
Wie ist es mir heute mit den Mitmenschen ergangen? Was hat mich gefreut, was hat mich verletzt? Wie bin ich selbst mit den anderen umgegangen?

Z wie Zeigefinger
Bin ich meinen Zielen nähergekommen oder bin ich von ihnen weggerückt?

D wie Daumen
Wofür sage ich heute „Danke“?

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Artikel Dietlind Hebestreit 06. Oktober 2012 - 00:04 Uhr
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