So wie ich in der Vorwoche endete, beginne ich auch heute – mit Weinen aus dem Wagram.
Die Rieden des Winzers Leopold Blauensteiner in Gösing (02738 / 21 16) liegen mit 300 bis 350 Metern relativ hoch. Da sind die Nächte etwas kühler, die Säureausbeute ist deshalb höher und so musste Blauensteiner im generell säureschwachen Jahrgang 2011 seine Weine nicht nachsäuern. Wie bei allen Winzern sind auch hier die Weine alkoholischer als im Vorjahr, die Trauben waren sehr reif, viel Zucker musste in Alkohol umgewandelt werden. Der Chardonnay Ferrara zum Beispiel hat gut 15 % Alkohol, zu viel für meinen Geschmack, obwohl der Wein nicht brandig wirkt: *(*), 7,50 Euro. Da gefallen mir seine Weine mit 13,5 % Alkohol schon deutlich besser: Veltliner Essenthal, **(*), 7,50 Euro; Riesling Gmirk, sehr fein, diskret fruchtig, einladende Pfirsichnase, gute Länge, ***, 7,80 Euro. Der Sauvignon blanc Lanner wirkt in der Nase zwar relativ leer, wohl ein vorübergehender Füllschock, am Gaumen aber recht schön Holunder und Stachelbbeere, **(*), 7,80 Euro.
Josef Fritz in Zaussenberg (02278 / 25 15) wirkt beim Diskutieren über seinen Veltliner Schafberg 2011, als hätte er ein bisserl Zweifel, ob’s nicht g’scheiter gewesen wäre, diesem Wein ein bisserl Apfelsäure zuzusetzen. „Wenn man mit dem säurebetonten Jahrgang 2010 vergleicht, da hatte dieser Veltliner 6,5 Säure, ist’s halt ein anderer Wein“, sagt er. Stimmt. Aber gut ist der 2011er trotz nur 5,7 Säure, etwas kräftiger und fruchtiger halt als üblich, ein kleines Pfefferl schmecke ich auch: ***, 6,50 Euro. So wie auch bei anderen Wagramwinzern kündigt sich auch bei Fritz schon mit dem einfachen Roten Veltliner „Wagramterrassen“ – 13 % Alkohol, **(*), 7,50 Euro – an: Sein hochklassiger Roter Veltiner Steinberg könnte noch mehr Trinkvergnügen bieten, vorausgesetzt, der Alkohol wird nicht zu arg hoch.
Höchstwertung: ****
Mehr weiße 2011-Tipps folgen nächste Woche.
Pfarrer Rubatscher: „Man muss wart’n können und Schutzengel hab’n“
Scherer: „Gott sei Dank gibt es noch enorm viele Probleme“
Jukic verpasste Bronze hauchdünn, aber der Weg Richtung London stimmt
Ehezwist um Eurobonds: Worum es zwischen Kanzler und Vizekanzler geht