So wie viele Weingüter im Burgenland war auch dieses einst ein Mischbetrieb: Ackerbau, Viehzucht und Weinbau waren die drei Säulen, auf denen Josef und Theresia Strehn nach dem Krieg einen stattlichen Betrieb aufbauten. Aber bereits in den 60er-Jahren konzentrierte sich die Familie immer mehr auf den Weinbau. Die jüngste Tochter, Monika, übernahm 1993 die Verantwortung für das Weingut und setzte auf Qualitätssteigerung. Mit knapp 50 Hektar zählt dieser Betrieb zu den größten der Region. Der älteste Weingarten (ein Teil der Riede Weißes Kreuz) ist 60 Jahre alt.
Leitsorte ist hier im Blaufränkischland, eh klar, der Blaufränker. Erstaunlich ist deshalb, dass mir trotzdem der St. Laurent Hölzl 09 am allerbesten schmeckt: ****, 19 Euro. Viel besser kann man diese Rebsorte wohl kaum machen, Zwetschke und dunkle Waldbeeren, Extraktsüße und Säure ideal, Schoko im langen Abgang, perfekter Holzeinsatz. Der von nur wenigen Winzern in Kauf genommene irre Aufwand der Traubenteilung hat sich beim St. Laurent gelohnt: Knapp vor beginnender Reifung wurde von jeder Traube am Stock einzeln die untere Hälfte abgeschnitten. Diese spezielle Art der Ertragsreduktion bewirkt u. a., dass die verbliebenen Beeren mehr Platz haben, besser reifen, mehr Zucker und Extrakt entwickeln.
Nicht überraschend ist, dass auch Strehns Blaufränker Klasse haben.
DAC Klassik 09, **(*), 6 Euro
Blaufränkisch Joseph Piri, ***, 9 Euro (!)
DAC Reserve Weißes Kreuz 09, deutliche Mineralik, feine Frische, ***, 19 Euro
Cuvée Vin Villa (Cabernet/Merlot), Tannine (noch?) zu vordergründig, **(*), 10 Euro
Tipp: Im Weingut kann man in schönen Landhausstil-Zimmern nächtigen: 35 Euro inklusive Frühstück. Infos: 02613 / 89 362; www.strehn.at
Höchstwertung: ****; (!) = sehr gutes Preis/Qualitätsverhältnis
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