Der Geruch verspricht jedem Genussmenschen den Himmel: Es riecht nach Balsamico-Essig und frisch gebrockten Walderdbeeren, nach selbst gezogenem Koreander und reifem Rhabarber. Kurzum: Genuss liegt in der Luft – bahnt sich kulinarisch seinen Weg in die Nebenhöhlen. Und dort wird es in den kommenden vier Stunden auch nicht so schnell herauskommen. Denn: Hier wird gekocht – und das um die Wette. Mit regionalen Schmankerln.
Mehr Wohnzimmer denn Küche – mit vielen (Koch-)Büchern und gemütlichen Couchen, ist die Seminarküche von Jurorin, Wirtin und Kochbuch-Bestseller-Autorin Ingrid Pernkopf: „Vor zirka einem Monat ist der Küchenumbau fertig geworden – er erinnert mich ein wenig an die Wohnküche meiner Oma: heimelig und gemütlich. So wie auch das Kochen sein soll“, sagt die Hausherrin des Landhotels Grünberg am See, wo am Samstag die vierte Vorentscheidung zu Oberösterreichs Koch-Champion fiel. Nur drei Kandidaten sind dieses Mal am Start. Der Grund: „Mehr Kochplätze haben wir nicht in unserer Seminarküche.“
Gemütlich geht es in Gmunden aber nicht zu – immerhin geht es um den Einzug ins Finale des Koch-Championates. „Vor der Vorspeise war ich nervöser als vor meiner Hochzeit“, sagt Hobby-Koch Christian Richter aus Gmunden, der dabei zwinkert. Er ist mit seinem Sohn Julius am Start und hat bereits die ersten Verluste zu beklagen: „Er hat sich in den Finger geschnitten – ist aber gleich von Feinspitz Peter Hirsch verarztet worden.“ Seine Nachspeise muss er gleich drei Mal rühren, weil die Limoncellocreme ausflockt.
Und auch bei Christina Hollnbuchner, dem 24-jährigen Koch-Küken der Runde, liegen anfangs die Nerven blank: „Ich hab’ zu Beginn beim Karottenschälen sogar gezittert. Gut, dass mein Mann und mein Sohn da sind – das beruhigt die Nerven.“ Sprach‘s, und schon kommt der zehn Monate alte Lorenz in die Küche, streckt seine kleinen Ärmchen seiner Jungmama entgegen und drückt ihr ein saftig-feuchtes Motivationsbussi auf die Backe.
Es geht in die heißte Phase – bei Michael Wägener wirkt sich das auf die Gesichtsfarbe aus – mir rotem Kopf rührt und quirlt er was das Zeug hält. „Ja – ich liebe es zu kochen, aber ich beneide keine Hausfrau: Es ist schwierig, sich täglich ein neues Gericht zu überlegen und dann auch noch auf den Punkt hinzubekommen.“
Regionale Produkte
Apropos Punkte: Wie immer bewerteten die Juroren neben Geschmack und Aussehen der Speisen auch die Regionalität der verwendeten Produkte: „Es macht mir große Freude, dass man die Wurzeln der Produkte sieht und schmeckt, dass die Zutaten regionale Herkunft haben“, sagt Günther Maier, Haubenkoch und ehemaliger Küchenchef von Schloss Freisitz in Roith. Er wird sich künftig nicht mehr ausschließlich dem Kochen, sondern auch der Weiterbildung widmen.
Ein Gang nach dem anderen verlässt kurz nach 12 Uhr die Küche und wird von den strengen Gaumen der Jury bewertet. Auch Ex-Koch-Champion Helmut Dürrschmid ist wieder unter den Juroren: „Ich bin bei der Punktevergabe sehr spendabel. Immerhin weiß ich, was es heißt hier zu kochen.“
Kurz nach 14 Uhr ist er schließlich gekürt, der Finalist des Traunviertels: Michael Wägener aus Windischgarsten. Begründung der Jury: „Vor- und Nachspeise waren hervorragend.“ Für den Hauptgang kommt schließlich noch ein Tipp für das Finale von Haubenkoch Christoph Parzer: „Ich würde den Fisch mehr würzen und die Kruste schärfer anbraten, dann ist eine gute Wertung im Finale garantiert.“
Doch Verlierer gab es auch dieses Mal keine: Alle Koch-Champion-Kandidaten bekommen Restaurantgutscheine und Kochbücher für ihren Einsatz im Dienste des Genusses.
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