Johann Lafer, Steirer, TV-Star, genialer und geschäftstüchtiger Hauben- und Sternekoch, der leider in Deutschland und nicht in Österreich ein Restaurant leitet, findet zwar inzwischen vieles „lecker“, hat aber nicht auf seine Herkunft vergessen. Das beweist sein neues Kochbuch „Heimatküche“.
Fast alle Spitzenköche, die ich interviewt habe, antworteten auf die Frage nach dem Lieblingsessen mit einem schlichten Gericht und fügten hinzu: „So wie Mutter das gemacht hat.“
Es sind in den vergangenen vier Jahren wohl rund 50 Bücher erschienen, die Mutters oder Omas Kochkünste loben oder nur regionale Spezialitäten bieten. Sie verkaufen sich, sagen Buchhändler, besser als g’spitzten Hochglanz-Kochbücher von Sterneköchen.
Es geht um Sehnsucht. In Mutters Küche, der Antithese zu Designerküchen, duftete es herrlich, und vieles schmeckte im Rückblick unvergleichlich gut. Wenn man nach Hause kam, musste man nicht fragen „Was gibt’s heute?“, sondern nur schnuppern.
Verklärt der Rückblick manchmal? Kann sein, oder aber ...
Nach Jahrzehnten bat ich Mutter, mir wieder „ihr Beuscherl“ zu kochen. Es schmeckt nicht so wie die Erinnerung.
Hatte Mutter keine Übung mehr? Sind die Zutaten nicht mehr so gut wie einst? Hat sie mit einer Fertigwürze nachgeholfen? Haben sich meine Ansprüche geändert?
Egal. Ich lobte Mutter und bat um ihr gutes, altes Rezept. „Ich hab’s nicht mehr gefunden, ich hab das Beuscherl aus dem Buch von einem bekannten Starkoch, das mir die Nachbarin geborgt hat.“ Ich bat: „Bitte such dein altes Rezept!“ Es blieb verschollen.
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