Maschine von Native Instruments (NI) ist ein ca. 580 Euro teures Musikstudio, das den Schwerpunkt auf die Schlagzeugprogrammierung legt. Das Paket besteht aus einer sehr stabil konstruierten Hardware und Installations-DVDs für Windows und Mac. Für Musiker, die sich nachts dem Fluss beatlastiger Musik hingeben wollen, ist Maschine perfekt geeignet.
Schneller Rechner und Geduld benötigt
Allerdings sollten Interessierte zwei Dinge mitbringen: Einen ausreichend schnellen Rechner (idealer Weise einen Laptop) und ein gewisses Ausmaß an technischem Geschick. Um die Bedienung von Maschine zu meistern, muss der Musiker eine längere Einarbeitungszeit in Kauf nehmen. Dies trifft auch dann zu, wenn er bereits mit Musik-Programmen wie Apples Logic oder Steinbergs Cubase vertraut ist.
Eigenständige, Pattern-orientierte Bedienung
Maschine geht beim Bedienkonzept eigenständige Wege: Im Prinzip können alle Funktionen über den Hardware-Controller gesteuert werden, die Maus und die Tastatur des Rechners werden nur in Ausnahmefällen notwendig. Dieser Ansatz hat aber auch eine Kehrseite: Die Bedienung der Software ist dadurch sehr ungewohnt, zumindest für Musiker, denen die „Pattern-orientierte“ Arbeitsweise fremd ist. Wer die seit Jahrzehnten erhältlichen Drumcomputer von AKAI oder Korg kennt, ist deutlich besser dran.
Tolle Verarbeitung, aber keine Audio-Ausgänge
Der Hardware-Controller weiß schon beim Auspacken zu begeistern. Die Pads (= die Tasten, die dem Starten der einzelnen Drumsounds dienen) sind ausreichend groß, die Bedienelemente sinnvoll angeordnet und die Drehregler hochqualitativ. Das Gehäuse besteht oben aus Metall, unten aus schwarzem Plastik. Schade ist, dass NI keine Audio-Anschlüsse eingebaut hat, lediglich ein USB- und zwei MIDI-Buchsen zieren die Rückseite der Hardware.
Exzellente, riesige Soundbibliothek
Die größte Stärke der Software liegt in der riesigen Soundbibliothek. Über fünf Gigabyte an Klangmaterial stehen auf Knopfdruck bereit. Neben den 300 „Groups“ genannten Drumkits kann der Musiker auch auf einzelne „Sounds“ (= Multisamples) zugreifen. So lässt sich etwa die Kickdrum sehr einfach austauschen. Sind die richtigen Klänge einmal gefunden, kann die Live-Aufnahme beginnen. Alternativ kann der Musiker seine Beats über eine Matrix programmieren.
Effekte und Sounds aus dem NI-Katalog
Auf alle Details von Maschine einzugehen, würde das Format dieses Tests deutlich sprengen. Auf jeden Fall erwähnenswert sind aber die sehr guten eingebauten Effekte, die auf NIs langjährige Erfahrung im Bereich der Musiksoftware zurückgehen. Auch viele Sounds zehren von NIs Vergangenheit, da sie anderen Synthesizer aus NIs Katalog entlehnt wurden. Einige Drumkits stammen von Künstlern und bekannten Sounddesignern.
Komplizierter Kopierschutz
Wirklich negativ fällt nur auf, dass die Installation der Software durch einen aufwändigen Kopierschutz verkompliziert wird. Dies erscheint insofern unnötig, als die Maschine-Software nur in Verbindung mit der Hardware zu ihrer wahren Größe anläuft. Dass die Hardware keine Audio-Anschlüsse bietet, ist sehr schade. Die gut gemachten Tutorial-Filme auf der NI-Webseite (siehe Link am Ende dieses Testberichts) sollten auf DVD mitgeliefert werden, sie würden besonders Einsteigern die Einarbeitung deutlich erleichtern.
Fazit: Soundbibliothek als Hauptargument
Als Problem könnte sich erweisen, dass Maschine mit dem starken Focus auf die Hardware genau den Musiker-Typ ansprechen will, der eher zu einem „echten“ Drumcomputer tendieren dürfte. Allerdings überbietet die grandiose Soundbibliothek von Maschine so gut wie jede Alternative.
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