ePaper | iPad | 
Anmelden
 |  A A A

 
Freitag, 25. Mai 2012, 01:13 Uhr Linz  18°C ·  Freistadt  15°C ·  mehr Wetter »
Ratgeber  > Digital  > OÖN Test

OÖN-Test: Musikstudio NI Maschine

Wer moderne, beatlastige Musik machen möchte, sollte sich Native Instruments neuesten Streich näher ansehen. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit macht „Maschine“ viel Spaß.

Maschine von Native Instruments (NI) ist ein ca. 580 Euro teures Musikstudio, das den Schwerpunkt auf die Schlagzeugprogrammierung legt. Das Paket besteht aus einer sehr stabil konstruierten Hardware und Installations-DVDs für Windows und Mac. Für Musiker, die sich nachts dem Fluss beatlastiger Musik hingeben wollen, ist Maschine perfekt geeignet.

Schneller Rechner und Geduld benötigt

Allerdings sollten Interessierte zwei Dinge mitbringen: Einen ausreichend schnellen Rechner (idealer Weise einen Laptop) und ein gewisses Ausmaß an technischem Geschick. Um die Bedienung von Maschine zu meistern, muss der Musiker eine längere Einarbeitungszeit in Kauf nehmen. Dies trifft auch dann zu, wenn er bereits mit Musik-Programmen wie Apples Logic oder Steinbergs Cubase vertraut ist.

Eigenständige, Pattern-orientierte Bedienung

Maschine geht beim Bedienkonzept eigenständige Wege: Im Prinzip können alle Funktionen über den Hardware-Controller gesteuert werden, die Maus und die Tastatur des Rechners werden nur in Ausnahmefällen notwendig. Dieser Ansatz hat aber auch eine Kehrseite: Die Bedienung der Software ist dadurch sehr ungewohnt, zumindest für Musiker, denen die „Pattern-orientierte“ Arbeitsweise fremd ist. Wer die seit Jahrzehnten erhältlichen Drumcomputer von AKAI oder Korg kennt, ist deutlich besser dran.

Tolle Verarbeitung, aber keine Audio-Ausgänge

Der Hardware-Controller weiß schon beim Auspacken zu begeistern. Die Pads (= die Tasten, die dem Starten der einzelnen Drumsounds dienen) sind ausreichend groß, die Bedienelemente sinnvoll angeordnet und die Drehregler hochqualitativ. Das Gehäuse besteht oben aus Metall, unten aus schwarzem Plastik. Schade ist, dass NI keine Audio-Anschlüsse eingebaut hat, lediglich ein USB- und zwei MIDI-Buchsen zieren die Rückseite der Hardware.

Exzellente, riesige Soundbibliothek

Die größte Stärke der Software liegt in der riesigen Soundbibliothek. Über fünf Gigabyte an Klangmaterial stehen auf Knopfdruck bereit. Neben den 300 „Groups“ genannten Drumkits kann der Musiker auch auf einzelne „Sounds“ (= Multisamples) zugreifen. So lässt sich etwa die Kickdrum sehr einfach austauschen. Sind die richtigen Klänge einmal gefunden, kann die Live-Aufnahme beginnen. Alternativ kann der Musiker seine Beats über eine Matrix programmieren.

Effekte und Sounds aus dem NI-Katalog

Auf alle Details von Maschine einzugehen, würde das Format dieses Tests deutlich sprengen. Auf jeden Fall erwähnenswert sind aber die sehr guten eingebauten Effekte, die auf NIs langjährige Erfahrung im Bereich der Musiksoftware zurückgehen. Auch viele Sounds zehren von NIs Vergangenheit, da sie anderen Synthesizer aus NIs Katalog entlehnt wurden. Einige Drumkits stammen von Künstlern und bekannten Sounddesignern.

Komplizierter Kopierschutz

Wirklich negativ fällt nur auf, dass die Installation der Software durch einen aufwändigen Kopierschutz verkompliziert wird. Dies erscheint insofern unnötig, als die Maschine-Software nur in Verbindung mit der Hardware zu ihrer wahren Größe anläuft. Dass die Hardware keine Audio-Anschlüsse bietet, ist sehr schade. Die gut gemachten Tutorial-Filme auf der NI-Webseite (siehe Link am Ende dieses Testberichts) sollten auf DVD mitgeliefert werden, sie würden besonders Einsteigern die Einarbeitung deutlich erleichtern.

Fazit: Soundbibliothek als Hauptargument

Als Problem könnte sich erweisen, dass Maschine mit dem starken Focus auf die Hardware genau den Musiker-Typ ansprechen will, der eher zu einem „echten“ Drumcomputer tendieren dürfte. Allerdings überbietet die grandiose Soundbibliothek von Maschine so gut wie jede Alternative.

 
Link zu Native Instruments Web-Videos: http://www.native-instruments.com/newreleases/#/en/products/producer/maschine/videos/?content=101

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Artikel 26. Mai 2009 - 14:24 Uhr
Von Thomas Widter
Video anschauen OÖN-TV

OÖN-Test: Musikstudio NI Maschine

Neuen Kommentar schreiben

Betreff / Kommentartitel
Kommentartext:

Sie dürfen noch Zeichen als Text schreiben

Bitte beachten Sie die Forumsregeln


  Für nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Um sich registrieren zu können müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.
Gewünschter Benutzername

Gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

OÖNcard


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 4 + 1? : 


Meistgelesene Artikel   mehr »