Schon beim Auspacken fällt auf, dass Westen Digitals Multimedia-Box (ca. 100 Euro) ausgezeichnet verarbeitet ist. Das lüfterlose Design orientiert sich an den „My Book“-Festplatten desselben Herstellers und verbindet ansprechendes Aussehen mit hoher Funktionalität. Während die Vorderseite spartanisch wirkt, da sie lediglich zwei LEDs zur Statusanzeige aufweist, birgt die Rückseite eine umfangreiche Sammlung an Schnittstellen.
Funktioniert mit allen Fernseher-Typen
„WD TV“ lässt sich sowohl an alten Röhrenfernsehern wie auch an modernen Flachbildgeräten betreiben: Die älteren TV-Geräte werden mittels des mitgelieferten Component-Kabels (Video und Stereoton) angeschlossen. Unter Umständen wird ein zusätzlicher Stecker benötigt, der die Component-Signale in das SCART-Format übersetzt. Für neuere Fernseher stehen ein HDMI-Anschluss und ein optischer Audioausgang bereit (Kabel liegen nicht bei).
Ohne eingebauten Speicher, mit Fernbedienung
Da die Multimedia-Box selbst über keinen Speicherplatz verfügt, kopiert der Anwender seine Filme, Musik und Fotos auf USB-Sticks oder USB-Festplatten, für die zwei Anschlüsse bereit stehen. Es ist dabei nicht zwingend notwendig, Speichermedien von Western Digital einzusetzen, auch wenn das Anleitungsheft eine hauseigene „Passport“-Festplatte zeigt. Gesteuert wird „WD TV“ mit einer anwenderfreundlichen Infrarotfernbedienung, die nur wenige, gut gewählte Tasten aufweist.
Box findet automatisch alle relevanten Dateien
Im OÖN-Test erkennt „WD TV“ ohne Probleme alle auf unserem USB-Stick gespeicherten Medien unabhängig von der Ordnerstruktur. Aufgrund einiger Schwächen in der Menüführung der Box empfiehlt es sich aber dennoch, die Daten mit Köpfchen abzuspeichern (am besten sind hierarchische, klar gegliederte Ordner). Denn „WD TV“ sortiert Musikdateien (mp3 und aac) nicht anhand der ihrer Titelnummer (ID3-Tags), sondern alphabetisch. Wer die Songs eines Albums in der richtigen Reihenfolge anhören will, muss manuell zum ersten Albumtitel navigieren.
Videos müssen häufig konvertiert werden
Prinzipiell unterstützt „WD TV“ eine Vielzahl an Video-Formaten, im OÖN-Test zeigt sich aber, dass es häufig nötig ist, die Clips mittels der mitgelieferten Windows-Software zu konvertieren. MPEG 4 scheint der Box grundsätzlich besser zu bekommen als WMV oder das Containerformat AVI. Hardwareseitig beträgt die HDMI-Auflösung bis zu 1080p – die für ein gutes Bild notwendigen Videodaten bereit zu stellen, ist aber nicht gerade einfach.
Fotos zeigen Schwäche der Menüführung auf
Besser sieht es bei Bilddateien aus: JPEG, GIF, TIFF, BMP und PNG werden im Test allesamt angezeigt. Zu beachten ist jedoch, dass aufwändigere Bilddateien (Dateigröße) teils einige Sekunden Wartezeit bis zur vollständigen Darstellung erfordern. In der Übersicht werden bei vielen Fotos keine Vorschaubilder angezeigt, weswegen das Foto-Menü sehr unfertig wirkt. Hier sollte Western Digital unbedingt nachbessern.
Fazit: Software noch verbesserungswürdig
Unser Fazit: „WD TV“ punktet bei Verarbeitung, Design, und Ausstattung. Die Handhabung ist hardwareseitig absolut gelungen, softwareseitig hingegen unausgereift. Dieser Mangel und die unvollständige Kompatibilität (Video-Formate) entpuppen sich im Test als Schwachpunkte der Multimedia-Box. Ein Software-Update könnte hier Abhilfe schaffen.
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