Manche Vertreter der Generation Internet stehen ständig unter Strom. Trotz Vollzeitjobs finden sie die Zeit, ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken und ins Internet zu stellen.
Oliver Jungwirth arbeitet beruflich mit verhaltensauffälligen Jugendlichen. Einen Ausgleich für den nicht immer einfachen Job findet er in seinen Hobbys: Er erstellt eigene Filme, schreibt Bücher und CD-Kritiken und komponiert hin und wieder ein Musikstück.
Das Internet unterstützt den vielseitigen Kreativen bei jedem einzelnen seiner Hobbys. Zuallererst hat der Tüftler mit oliverjungwirth.com eine private Webseite, die ihm bei der Kontaktaufnahme mit anderen Hobby-Künstlern hilft.
Kontakt knüpfen im Internet
Wenn er einen Film macht, sucht Oliver Jungwirth im Internet nach Schauspielern und Produktionsmitarbeitern. Neulich hat er im WWW eine Maskenbildnerin kennen gelernt. „Ich bin schon gespannt auf das erste gemeinsame Projekt“, sagt er. Obwohl seine Filme kaum Profite einspielen, trifft der Kreativkopf immer wieder auf fleißige Gleichgesinnte.
Ist das Material einmal fertig gefilmt, sucht Oliver Jungwirth im Internet nach Soundeffekten, Grafiken und Musik (siehe Surf-Tipps). Viele Bands freuen sich über E-Mail-Anfragen. Oft stellen sie ihre Songs kostenlos zur Verfügung, wie der Tüftler erklärt: „Man muss nur ein wenig stöbern. Ich habe schon mit Bands aus Australien gearbeitet.“ Die fertigen Film-Trailer landen auf der Video-Webseite YouTube.
Von Recherche bis Publikation
Beim Konzipieren eines neuen Buches ist das Internet als Ideenlieferant für Oliver Jungwirth unverzichtbar. Im Falle seines letzten Buches „Monod“ hat ihn das Internet auch zum passenden Verlag geführt: Der etwas düster angehauchte Roman ist dadurch im Online-Store von Amazon.at erhältlich.
Der Tüftler bekennt sich offen zu seiner Kaffeesucht: „Die Ärzte sagen, zu viel Kaffee entwässere den Körper. Würde das stimmen, wäre ich längst ausgetrocknet.“ Mit viel Kaffee schreibt er nachts CD-Kritiken für musikmagazin.at. Die CDs kommen per Post, die Kritiken schickt er per E-Mail retour.
„E-Mail ist toll“, sagt Jungwirth. „Es hat aber seine Grenzen. Ein persönliches Treffen kann E-Mail nie ersetzen. Wenn ich fünf Minuten lang mit jemandem Kaffee trinke, lerne ich ihn besser kennen als in fünf Wochen E-Mail-Verkehr.“
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