Die Gruppe rund um den Studenten Max Schrems hat im Sommer 22 Anzeigen gegen das soziale Netzwerk eingebracht. Zwei der wichtigsten Vorwürfe: Facebook lasse den Nutzer im Unklaren, was wirklich mit seinen Daten passiere, und speichere Daten auch dann weiter, wenn sie von Nutzern gelöscht wurden.
Vertreter des sozialen Netzwerks kamen am Montag nach Wien, um mit Schrems und Mitgliedern der von ihm gegründeten Initiative über eine einvernehmliche Lösung zu sprechen.
Ungewolltes Treffen
Die Studenten hatten das Treffen im Vorfeld kritisch beurteilt. Schrems sagte in einer Aussendung, es sei „absurd, dass ein paar Studenten nun stellvertretend für alle anderen Nutzer mit einem Multi verhandeln sollen. Das ist so, als ob ein Kunde mit einem Supermarkt über Lebensmittelsicherheit verhandelt.“
Keine Einigung
„Facebook interpretiert die europäischen Gesetze neu“, sagte Schrems nach dem Treffen auf einer Pressekonferenz. Das Internetunternehmen sei „höchstgradig unprofessionell, was den Datenschutz angeht“.
Denoch sei das Treffen „sehr freundlich und nett“ verlaufen. Bei den Verhandlungen habe Facebook zahlreiche Informationen geliefert und einige Zusagen gemacht. So sollen gelöschte Daten auch wirklich aus dem Netz verschwinden. Bei der Interpretation der europäischen Datenschutzgesetze gab es jedoch keine Einigung.
Die Gruppe setzt nun auf eine Entscheidung in Dublin. Die Anzeigen wurden bei der irischen Datenschutzbehörde eingebracht, wo die europäische Niederlassung von Facebook ihren Sitz hat. Schrems will die zugesagten Änderungen überprüfen und danach einen Antrag auf eine formelle Entscheidung einbringen.
Ein OÖN-Interview mit Max Schrems finden Sie unter bit.ly/oMBzvm
Pfarrer Rubatscher: „Man muss wart’n können und Schutzengel hab’n“
Scherer: „Gott sei Dank gibt es noch enorm viele Probleme“
Jukic verpasste Bronze hauchdünn, aber der Weg Richtung London stimmt
Ehezwist um Eurobonds: Worum es zwischen Kanzler und Vizekanzler geht