Viele Schulkollegen haben eines. Die älteren Geschwister auch. Der soziale Druck sogar auf Schulanfänger, ein Handy zu besitzen, ist groß. Doch wer seinem Kind ein Mobiltelefon gibt, sollte mit ihm gleich die wichtigsten Regeln vereinbaren. Sonst läuft die Geschichte bald aus dem Ruder, Streit ist vorprogrammiert, das Familienleben leidet.
TIPP 1: Bevor ein Handy angeschafft wird, sollten sich Eltern fragen, wofür es eigentlich benötigt wird. Für Notfälle? Zur „Überwachung“? Oder doch zur Kommunikation mit Freunden? Letzteres Argument hält der Linzer Betreuungslehrer und Referent (Soziales Lernen mit Neuen Medien), Christian Kirchsteiger, erst ab der dritten Volksschulklasse für relevant.
TIPP 2: Fast jedes Handy hat heutzutage Internetzugang. Damit ist es der Zugang in eine sehr komplexe und teils brutale Welt. Wenn Eltern hier (technische) Schranken setzen wollen, können sie bei allen österreichischen Mobilfunkbetreibern Inhalte ab 18 Jahren sperren lassen. Weiters wichtig: Handy-nummern nicht an Fremde weitergeben. In Chatrooms nie den eigenen Namen verwenden. Nicht mit unbekannten Chat-Partnern treffen.
TIPP 3: Entscheidend ist, die Dauer und Art der Handy-Nutzung zu vereinbaren. Günstig wäre, so Kirchsteiger, in den ersten Jahren ein Wertkartenhandy zu benutzen, weil „wie beim Taschengeld“ das Guthaben auch irgendwann aufgebraucht sein kann und dieses Lernen für die Sprösslinge äußerst wichtig ist. Teure und meist unerwünschte Mehrwert-SMS kann man sperren lassen. Österreichische Kinder zwischen acht und 12 Jahren versenden durchschnittlich (!) 1500 SMS im Monat – für viele der Beginn einer veritablen Abhängigkeit. Rechtzeitig die Bremse ziehen und am Abend je nach Alter z. B. nach 20 Uhr Handy-Verbot einführen.
TIPP 4: Internet-Zugang heißt auch Zugang zu sozialen Netzen wie facebook. Wichtig ist, sich mit den Kindern immer wieder über Vorsicht im Umgang von Privatem zu unterhalten.
TIPP 5: Das Handy ist aus dem Unterricht verbannt, doch in den Pausen Spielzeug Nummer 1. Da wird gefilmt, fotografiert und die Ergebnisse weitergeschickt oder ins Internet gestellt. „Das gibt viel Ärger, weil viele Jugendliche das gar nicht wollen“, erzählt Regina Weinert, Hauptschullehrerin in Vorchdorf. Thematisieren und darüber reden!
TIPP 6: Den Kindern das Gefühl geben, dass sie mit allem Unklaren, Verstörenden im Zusammenhang mit dem Handy zu den Eltern kommen dürfen und sollen. Keine Regeln aufstellen, die nicht kontrollierbar sind. Und nicht heimlich die Handys der Kinder kontrollieren – da ist das Vertrauen gleich zerstört.
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