Im selben Jahr 1609 veröffentlichte Johannes Kepler in Prag sein bahnbrechendes Werk „Astronomia Nova“, das mit den ersten beiden seiner Gesetze der Planetenbewegung die theoretische Astronomie auf ein neues Fundament stellte. In Erinnerung an diesen wissenschaftlichen Aufbruch beschloss die 62. UN-Generalversammlung am 20. Dezember 2007, das Jahr 2009 zum „Internationalen Jahr der Astronomie“ zu erklären.
Ziel des Astronomiejahres ist es, den Menschen weltweit Gelegenheit zu geben, ihren Platz im Universum neu zu bestimmen. Der Sinn für eigene Entdeckungen am Himmel, aber auch für die kulturelle Bedeutung der Astronomie, soll geweckt werden. Nicht zuletzt junge Menschen, die vielfach nicht mehr wissen, wie man die Milchstraße und die Sternbilder überhaupt auffinden kann, werden in Schulen, an Volkssternwarten und professionellen Forschungseinrichtungen dazu neue Chancen bekommen.
So wie in mehr als 130 Ländern sind auch in Österreich zahlreiche Aktivitäten geplant. Angeboten werden Vorträge zur Entwicklung der Astronomie ebenso wie Beobachtungsabende, astronomische Nachtwanderungen, Ausstellungen. In Schulen und auf öffentlichen Plätzen werden Teleskope für alle aufgestellt.
Die vier Quartale des Astronomiejahres widmen sich Themenschwerpunkten:
Jänner bis März
Das erste Quartal hat das Motto „Sternstunden der Astronomie“. Im Mittelpunkt steht die Revolution der Astronomie durch Galilei und Kepler im Jahr 1609 (siehe unten).
April bis Juni
„Wie viele Sterne sehen wir noch?“ lautet das Motto. Das Augenmerk richtet sich auf die Auswirkungen der zunehmenden nächtlichen Lichterflut auf Mensch und Natur. Ein Ziel besteht darin, auf den richtigen und sinnvollen Einsatz von künstlichem Licht hinzuweisen. Außerdem geht es um die weltweite Erfassung der Effekte von „Lichtverschmutzung“. Jeder kann durch eine einfache Beobachtung des Sternbilds „Kleiner Wagen“ dazu einen Beitrag leisten. Beobachtungsanleitung unter www.sternhell.at>
Juli bis September
Unter dem Motto „Himmelsbeobachtung als Naturerlebnis“ kann jeder auf belebten Straßen, in Naturparks, an idyllisch gelegenen Sternwarten und in Planetarien das Weltkulturerbe Sternenhimmel mit eigenen Augen bestaunen.
Oktober–Dezember
Thema „Astronomie und Weltbild“. Dabei werden herausragende Astronomen auch aus Oberösterreich vorgestellt, etwa Johannes von Gmunden, Georg von Peuerbach, Placidus Fixlmillner und Johannes Kepler. Auch die regelmäßigen Publikationen der Universitäten Wien, Graz und Innsbruck werden einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.
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