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Bachelor und Master: Geht die Rechnung auf?

LINZ. Dass bei der Umstellung vom Magister- auf das Bachelor-System nicht alles reibungsfrei verlaufen ist, ist kein Geheimnis. Welche Probleme es nach wie vor gibt, ist sowohl Studenten als auch Experten bewusst.

Auch wenn die Umsetzung des Bologna-Systems an fast allen Universitäten großteils abgeschlossen ist: Erst jetzt bekommen viele Studierende Defizite daraus zu spüren. Nämlich dann, wenn sie nach ihrem Bachelor-Abschluss einen Master dranhängen wollen.

An der Johannes Kepler Universität (JKU) etwa werden fast alle Studien sowohl als Bachelor als auch als Master angeboten. Das heißt aber noch nicht, dass jeder Bachelor-Absolvent auch jeden Master machen kann. Oft fehlen Voraussetzungen, müssen umständliche Anrechnungen durchgeführt oder Kurse nachgeholt werden (siehe auch Gastkommentar).

Sinn von Bologna kann das wohl nicht sein. Denn ein erklärtes Ziel des Bologna-Prozesses ist die erhöhte (internationale) Mobilität. Studenten sollen die Möglichkeit haben, Kurse an anderen Unis, vor allem im Ausland, einfacher zu absolvieren. Doch genau an diesem Punkt spießt es sich. Denn parallel zum Bologna-Prozess erlangten die Universitäten die Autonomie. Durch diese Universitätsautonomie sind der Aufbau, aber auch die Inhalte eines Studiums und die ECTS-Bewertung der Fächer unterschiedlich.

Ungleiche Bewertungen

Ein Beispiel: Während Marketing an der Wirtschaftsuniversität Wien vier ECTS-Punkte hat, bewertet die JKU diesen Kurs mit zwei ECTS. „Es ist manchmal schwerer, innerhalb von Österreich die Universität zu wechseln, als die Anrechnung ausländischer Kurse zu erreichen“, sagen Hannes Halak und Julia Sageder vom Vorsitzteam der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) an der JKU, die zahlreiche Studierende in Anrechnungsfragen beraten.

Die deutsche Politologin Katrin Toens hat folgende Beobachtung über den Bologna-Prozess gemacht, die auch auf Österreich zutrifft: „Es gibt in Deutschland so viele Bologna-Prozesse, wie es Hochschulen gibt.“ Daraus ergeben sich für Toens Reforminseln, die nicht viel miteinander zu tun haben.

Beihilfen nicht angepasst

Der Philosoph Konrad Paul Liessmann kritisiert, dass die Verschulung des Bachelors einen Auslandsaufenthalt unmöglich macht, da die Zeit nicht ausreicht. Seiner Meinung nach hätte man die Anrechnungen vereinfachen können, „anstatt wegen einer kleinen Minderheit von Studierenden alle Staaten zu zwingen, ihr Hochschulwesen einer kostenintensiven Umstrukturierung zu unterwerfen“. Auch das Beihilfensystem hinkt der neuen Realität nach. Während Familienbeihilfenbezieher zwei Toleranzsemester bekommen, müssen Bezieher von Stipendien mit einem Semester auskommen.

Eine Idee von Bologna war, dass Bachelorstudierende nach ihrem Abschluss arbeiten gehen, bevor sie einen Master absolvieren. „Stipendienbezieher haben nach dem Bachelorabschluss 24 Monate Zeit, einen aufbauenden Master zu beginnen. Wenn man die Grundidee von Bologna ernst nimmt und lebenslanges Lernen ermöglichen will, sollte diese starre Frist überdacht werden“, erklärt der ÖH-Sozialreferent Dieter Etzelstorfer.

Umstellungsphase

Dazu kommen fast witzige Eigenheiten: An der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der JKU beispielsweise greifen viele Studienrichtungen auf das Lehrveranstaltungsangebot anderer Studien zu. Die Abstimmung zwischen den Studienrichtungen funktioniert aber nicht immer reibungslos. Beispiel: Das Masterstudium Sozialwirtschaft bezieht betriebswirtschaftliche Wahlfächer aus dem Master Management und Ethik. Dieses Masterprogramm wurde schon beschlossen, wird aber voraussichtlich erst nächstes Wintersemester starten. Die Konsequenz: Master-Studierende der Sozialwirtschaft können diese Fächer noch nicht belegen. Der Vizerektor für Lehre an der JKU, Herbert Kalb, kündigt eine Übergangslösung an: „Wir werden wie immer eine studierendenfreundliche Lösung für dieses Problem finden.“

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Magister, Doktor, das ist Latein, das versteht · von Werwolf (136) · 18.10.2011 23:00 Uhr

jeder. Also wieso wurde es auf diese dämliche englische Bezeichnung umgestellt? Master of Science?
Nein, da streike ich! Diktieren uns schon die Amerikaner wie wir unsere Fachkräfte benennen sollen? DAS IST EUROPA!!!

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die meisten nicht-akademiker können ... · von mausfanger (15194) · 18.10.2011 20:26 Uhr

den bachelor kaum richtig aussprechen ...
das ist schon auch ein problem ㋡

dafür ist`s beim master umso einfacher ...
"ja, master ... bitte nicht schlagen!" ㋛

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Bachelor ist Geselle(english) · von cycling (528) · 18.10.2011 17:31 Uhr

ich habe 1975 die Gesellenprüfung als müller gemacht.
Jetzt darf ich mich Bachelor = Geselle nennen

(3)
Artikel 18. Oktober 2011 - 00:04 Uhr
Thomas Gegenhuber und Elisabeth Eidenberger
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Bild: colourbox.com

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