Zum ersten Mal habe sich der Wiener bei schulischen Aktivitäten seiner Kinder (Anna 17 Jahre, Sebastian 15 und Patrick 13) dabei sein können. Die Ferien habe er mit der Familie in Newport an der Ostküste Amerikas bei den Schwiegereltern verbracht. „Ich habe gesehen, man kann es zwei Monate am Strand aushalten“, sagt der Manager lachend. Da seine Frau Amerikanerin ist, wird übrigens zu Hause nur Englisch gesprochen.
Zwölf Berufsjahre hat der Jus-Absolvent als Wochenend-Pendler verbracht. Lange war Ludwig bei Swarovski, später bei UBS in London. Seit 2003 leitete er den Lichtkonzern Zumtobel mit Sitz in Dornbirn.
Zwar wird der Hietzinger in Amstetten eine Wohnung haben, dennoch sei der Arbeitsort im Mostviertel nicht mit Vorarlberg vergleichbar. „Es ist ein großer Unterschied, ob man ins Flugzeug steigen muss, um nach Hause zu kommen oder 100 Kilometer mit dem Auto zu fahren hat.“
Vom Lampenerzeuger zum Schalungsbauer zu wechseln, sei nur auf den ersten Blick ein großer Sprung. „Beide Unternehmen leben im Rhythmus der Baukonjunktur. Beton am Anfang, die Lampen am Ende. Beide Konzerne haben eine starke internationale Ausrichtung“, sagt er zu den Ähnlichkeiten.
Der Manager wechselt von einer börsenotierten Firma in eine, die zu 100 Prozent in Familienbesitz steht. „Den Publizitätsdruck und die Betreuung der Investoren werde ich nicht vermissen.“ Dies nehme zehn bis 15 Prozent der Arbeitszeit in Anspruch, die er „sinnvoller für operative Themen einsetzen möchte“.
Wichtig ist ein Gespür
Für Ludwig ist die wichtigste Aufgabe eines guten Chefs, ein Team führen zu können. „Hausverstand und ein Gespür für die Mitarbeiter zu entwickeln und sie zu motivieren, in eine Richtung zu ziehen.“ Darauf komme es an. Der Rapid-Fan bezeichnet sich als guten Zuhörer, hemdsärmelig, unkompliziert und gesellig. Intensiver Netzwerker ist der 50-Jährige allerdings nicht.
Der Golfspieler (Handicap 23) ist Mitglied bei dem internationalen Netzwerk, der Young Presidents Organisation (YPO) mit 7000 Führungskräften, deren Ziel Weiterbildung ist. Apropos: Eine weitere Fremdsprache, am liebsten Spanisch, würde er noch gern lernen. Jetzt müsse aber 100 Prozent seiner Zeit für das Kennenlernen der Umdasch-Gruppe aufgewendet werden.
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