Paul Schranz, Mathematikprofessor am Europagymnasium Baumgartenberg: „Ja – und zwar wesentlich mehr, als man vermuten würde! So heißt es im Alten Testament, im 1. Buch der Könige unter 7,23: „Und er machte das Meer, gegossen, von einem Rand zum anderen zehn Ellen ringsum rund und fünf Ellen hoch; und eine Schnur von dreißig Ellen war das Maß ringsherum.“
Diese Bibelstelle beschreibt einen gewaltigen, runden Bronzekessel. Dabei beträgt der Umfang dreißig Ellen, und der Durchmesser liegt bei zehn Ellen. Das Verhältnis von Umfang zu Durchmesser ist die Kreiszahl Pi, also 3,1415.
Rechnet man den biblischen Wert von Pi aus, so kommt man allerdings auf genau 3! Auf den ersten Blick mag es sich dabei um eine kleine Ungenauigkeit handeln, bei genauerer Betrachtung erkennt man aber ein enormes Problem: Würde man für die Kreiszahl den Wert 3 annehmen, so würde bei großen Kuppelbauten, wie etwa beim Petersdom, ein Baufehler von mehreren Metern auftreten – die Kirche würde einstürzen! Andererseits war man sich aber jahrhundertelang einig, dass Aussagen aus der Bibel die hundertprozentige Wahrheit beschreiben. Ein Dilemma, welches aber offensichtlich zu Gunsten der wunderbaren Kirchenbauten gelöst wurde. Heute wissen wir sehr viel über die Kreiszahl. Sie ist unendlich lang, nicht periodisch und nicht konstruierbar. Es gibt sogar einen offiziellen „Welt-Pi -Tag“: 14. März (3/14 in amerikanischer Schreibweise).
Wer aber an diesem Tag keine Zeit zum Feiern findet, kann dies am 22. 7. nachholen; ist doch 22/7 = 3,14 die über 2000 Jahre alte Näherung der Kreiszahl von Archimedes.“
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